So gut wie fix: 2026 dürfte der wärmste Sommer der Messgeschichte werden
Der Sommer 2026 wird der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hochgerechnet auf die vollen drei Monate ergibt sich für Österreich eine Abweichung von rund plus 2,5 Grad gegenüber dem Mittel 1991 bis 2020 – der bisherige Spitzenreiter 2024 kam am Ende auf plus 2,2 Grad. Auch die Auswertung für Kärnten und Osttirol kommt zum selben Ergebnis.
Nach 78 von 92 Tagen liegt die Abweichung in Österreich bei plus 2,76 Grad. Dass dieser Vorsprung in den letzten beiden Augustwochen noch zur Gänze schmilzt, ist zwar theoretisch noch möglich, praktisch aber sehr unwahrscheinlich.
Wie die Hochrechnung zustande kommt
Für die verbleibenden 14 Tage haben wir die Ensemble-Prognosen ausgewertet. Sie ergeben eine positive Abweichung von plus 1,0 Grad in Österreich und plus 1,2 Grad in Kärnten und Osttirol, wo die Modelle für die letzten Augusttage eine leicht höhere Temperaturabweichung nach oben zeigen. Für den Rest des Monats erwarten wir damit eine deutlich geringere positive Abweichung als in der ersten Augusthälfte: Der August liegt bis zum 17. bei plus 4,4 Grad.
Daraus ergeben sich folgende hochgerechnete Abweichungen gegenüber dem Klimamittel 1991 bis 2020 für den Sommer 2026: plus 2,49 Grad in Österreich und plus 2,52 Grad in Kärnten und Osttirol. Die Schwankungsbreite – also der Bereich, in dem die Gesamtanomalie für den meteorologischen Sommer 2026 mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent am Ende liegen wird – beträgt rund 0,2 Grad. Auch an ihrem unteren Rand bleibt 2026 in beiden Regionen an erster Stelle.
So warm waren die letzten Sommer tatsächlich
Die Abweichung von plus 2,5 Grad bezieht sich auf das Klimamittel 1991 bis 2020 – einen Zeitraum, der selbst schon deutlich vom Klimawandel geprägt ist. Legt man das ältere Mittel 1961 bis 1990 zugrunde – die Weltorganisation für Meteorologie empfiehlt es weiterhin als feste Bezugsperiode für die Bewertung des Klimawandels, während die gleitende Normale 1991 bis 2020 für den operativen Wetterdienst gedacht ist –, verschiebt sich das Bild um rund 1,8 Grad nach oben: Der Sommer 2026 liegt dann bei plus 4,3 Grad. Und es gibt seit 2000 keinen einzigen Sommer mehr, der unter diesem älteren Mittel geblieben wäre.
Wie kühl müsste die zweite Augusthälfte werden?
Auch das haben wir durchgerechnet. Damit 2024 vorne bleibt, müssten die letzten 14 Augusttage in Österreich im Mittel 0,65 Grad kühler als normal ausfallen, in Kärnten und Osttirol 0,35 Grad. Ein einzelner kühler Tag reicht dafür bei weitem nicht, es bräuchte zwei Wochen durchgehend zu kühles Wetter.
Die Wettermodelle sehen die große Abkühlung derzeit noch nicht. Nach der Kaltfront zu Wochenbeginn steigen die Temperaturen bereits wieder auf über 30 Grad, und auch danach bleibt es eher zu warm als zu kühl. Ab dem Wochenende und zum Monatsende hin wird das Wetter allerdings immer unbeständiger, die Niederschlagssignale in den Modellen nehmen signifikant zu.
Der Juli brachte eine leichte Verschnaufpause, der August die größte Hitzewelle der Messgeschichte
Die Hitze hat sich sehr ungleich über den Sommer verteilt. Der Juni brachte in Österreich eine Abweichung von plus 2,8 Grad, der Juli fiel mit plus 1,8 Grad vergleichsweise moderat aus. Die Temperaturabweichung im August beträgt im Vergleich zum Klimamittel 1991 bis 2020 bis zum 17. plus 4,4 Grad, in Kärnten und Osttirol plus 4,2 Grad. Anfang August wurde gleich zwei Mal in Folge ein neuer österreichischer Allzeitrekord aufgestellt: zuerst 41,0 Grad in Wien-Stammersdorf, einen Tag später 41,2 Grad in Bad Deutsch-Altenburg. Dazu gab es an einer österreichischen Wetterstation erstmals drei Tage in Folge mit mehr als 40 Grad, in Wien-Stammersdorf.
Reicht es in allen Bundesländern für den ersten Platz?
Nicht überall ist der erste Platz so klar wie österreichweit. In Wien, Oberösterreich, Kärnten, Osttirol und Vorarlberg ist die bisherige Anomalie so hoch, dass der Abstand zum bisher wärmsten Sommer größer ist als die Schwankungsbreite der Hochrechnung – dort ist der erste Platz mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit gesichert. Wirklich fix ist in der Meteorologie bis zum letzten Tag nie etwas, aber näher kommt man einer Gewissheit vor Monatsende kaum. In Niederösterreich, Salzburg, Tirol und im Burgenland führt 2026 zwar ebenfalls, der Abstand liegt aber innerhalb der Schwankungsbreite, der erste Platz ist dort noch nicht gesichert. In der Steiermark liegt 2026 derzeit sogar knapp hinter 2024.
Die größte Abweichung aller Bundesländer weist überraschenderweise Vorarlberg auf: hochgerechnet plus 3,0 Grad. Zum Stichtag 17. August lag die Abweichung hier sogar bei plus 3,4 Grad. Kein anderes Bundesland kommt an diese Werte heran.
Kärnten und Osttirol: Heißester Sommer auch im Süden
Für Kärnten und Osttirol gemeinsam gerechnet lag der bisherige Rekordhalter 2024 mit rund plus 2,3 Grad eine Spur höher als österreichweit. Mit plus 2,52 Grad zieht 2026 auch hier klar an 2024 vorbei auf den ersten Platz – der Abstand liegt außerhalb der Schwankungsbreite. Der Verlauf in Kärnten und Osttirol ähnelt dem österreichweiten sehr – im Juli lag der Süden mit plus 2,0 Grad sogar etwas darüber.
Bei den Höchsttemperaturen hat außer St. Andrä im Lavanttal kaum eine Station im Süden einen neuen Allzeitrekord aufgestellt. Dafür gab es eine Rekordzahl an Hitzetagen – nicht einzelne Ausreißer nach oben haben eine derart hohe Temperaturabweichung verursacht, sondern die schiere Zahl heißer Tage.
So geht es mit dem Wetter weiter
Die Hitze bleibt uns noch bis Donnerstag erhalten, dann breiten sich von Südwesten Regenschauer und Gewitter aus, stellenweise mit Unwettergefahr. Der Freitag bringt eine spürbare Abkühlung, am Wochenende geht es unbeständig weiter – im Osten und Süden wird es dann wieder deutlich wärmer.
5-Tage-Prognose Österreich, Stand 19. August 2026
Mittwoch
Am Vormittag hängen vielerorts noch dichte Wolken oder Hochnebelschwaden am Himmel. In Oberösterreich, in Teilen Niederösterreichs und in der Steiermark kann es in der Früh noch etwas regnen. Am Vormittag klingt der Niederschlag überall ab und die Wolken lockern auf. Bis Mittag kommt dann fast überall die Sonne durch. Nur im Bergland – genauer gesagt von den Hohen Tauern bis zum Semmering – bilden sich am Nachmittag ein paar dichtere Quellwolken, aus denen sich vereinzelt ein kurzes Gewitter bilden kann. Der Wind kommt aus Süd bis West und weht teilweise recht lebhaft. Es wird sehr warm bis heiß mit 24 bis 33 Grad am Nachmittag. In der Nacht auf Donnerstag ziehen dann aus Südwesten die nächsten Regenschauer und Gewitter durch.
Donnerstag
Es wird zunehmend schwül und die Gewitterneigung steigt. Zwischendurch kommt zwar die Sonne raus, es ziehen aber auch einige Wolken durch und nördlich der Alpen gibt es in der Früh noch letzte Schauer. Gegen Mittag fängt es dann in Vorarlberg und Tirol wieder an zu regnen. Am Nachmittag breiten sich diese Schauer von Südwesten her immer weiter aus, es kommen Gewitter dazu und bis zum Abend ist ein Großteil Österreichs von den Niederschlägen betroffen. Stellenweise besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen! Am längsten trocken bleibt es voraussichtlich vom Weinviertel über das Burgenland bis in die Südsteiermark – dort treffen Regenschauer und Gewitter erst in den Abendstunden ein. Abseits der Gewitter weht ein teils lebhafter bis kräftiger Wind aus Süd. Die Temperaturen erreichen 23 bis knapp 30 Grad, im Osten und Südosten wird es mit bis zu 33 Grad richtig heiß.
Freitag
Der Freitag bringt viele Wolken und immer wieder Regenschauer sowie Gewitter. Die Sonne lässt sich höchstens mal zwischendurch blicken. Außerdem ist die Luft ziemlich schwül. Der Wind ist meistens nur schwach, auf den Bergen kommt lebhafter Südwind auf. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag 16 bis 22 Grad. Im Osten und Südosten wird es mit 25 bis 31 Grad wieder etwas wärmer.
Das Wochenende
Am Samstag erwartet uns ein Wechsel aus Wolken und Sonnenschein, zeitweise ist es fast überall recht sonnig. Am Nachmittag ziehen dann aber im Bergland und im Süden wieder ein paar Schauer und Gewitter durch. Am Abend und in der Nacht können diese auch das Alpenvorland erreichen. Abgesehen vom östlichen Flachland bleibt der Wind schwach. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad in den höher gelegenen Tälern im Westen und knapp 30 Grad im südlichen Burgenland.
Am Sonntag geht es unbeständig weiter. Sonne, Wolken, Schauer und Gewitter wechseln sich ab. Am häufigsten regnet es am Nachmittag im Bergland. Entlang der Alpen und nördlich davon werden 19 bis 25 Grad erreicht, im Osten und Süden wird es mit 25 bis 29 Grad wieder schwül und wärmer.
5-Tage-Prognose Kärnten und Osttirol, Stand 19. August 2026
Heute, Mittwoch
Ein heißer Sommertag steht bevor. Die letzten Wolkenfelder in Osttirol, am Tauernhauptkamm und im Bereich der Pack lösen sich am frühen Vormittag auf, danach scheint im ganzen Land die Sonne, erst am Nachmittag bilden sich über den Bergen ein paar Quellwolken. Am Abend entstehen in Osttirol dann ein einzelne Regenschauer und Gewitter, die bis in die Nacht auch die Hohen Tauern erreichen können. Der Wind weht nur schwach bis mäßig aus Südost. Nach Frühwerten von 12 bis 18 Grad steigen die Temperaturen auf 22 Grad in den höher gelegenen Tälern und bis zu 32 Grad im Rosental. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 15 Grad.
Morgen, Donnerstag
Am Donnerstag geht es zunächst noch einmal sommerlich heiß weiter. Über Osttirol und entlang der Tauern bilden sich allerdings bereits am Vormittag dichte Wolken, ab Mittag setzt dort teils kräftiger Regen ein. Im Klagenfurter Becken und im Osten des Landes scheint dagegen bis in den Nachmittag hinein die Sonne. Danach breiten sich von Westen her Regenschauer und Gewitter aus, gegen Abend und in der Nacht fallen sie verbreitet kräftig aus – vereinzelt sind auch Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen nicht ausgeschlossen. Der Südostwind weht mäßig, in den nördlichen Landesteilen zeitweise lebhaft. Frühwerte 12 bis 19 Grad, tagsüber erreichen die Temperaturen 20 Grad in den Tauern und bis zu 32 Grad im Lavanttal. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 16 Grad.
Übermorgen, Freitag
Am Freitag ist der Sommer vorerst unterbrochen. In der Nacht und am frühen Morgen regnet es noch kräftig, im Laufe des Vormittags beruhigt sich die Lage vorübergehend, auflockern dürfte es dabei kaum. Ab Mittag setzt neuerlich Regen ein, der am Nachmittag verbreitet kräftig wird – vor allem entlang der Karnischen Alpen sowie zwischen Villach und Klagenfurt kommen größere Regenmengen zusammen, stellenweise blitzt und donnert es auch. Gegen Abend klingt der Regen von Westen her ab. Bei mäßigem Wind aus Südost wird es deutlich kühler: Frühwerte 12 bis 19 Grad, die Höchstwerte kommen nicht mehr über 16 bis 22 Grad hinaus. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 12 Grad.
Samstag
Der Samstag verläuft deutlich freundlicher. Zeitweise scheint die Sonne, im Tagesverlauf bilden sich über den Bergen wieder einige Quellwolken und am Nachmittag gehen daraus in Osttirol und Oberkärnten ein paar Regenschauer nieder. Die Temperaturen erreichen 19 bis 26 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 13 Grad.
Sonntag
Am Sonntag setzt sich nach aktuellem Stand wieder sonniges Wetter durch und es wird etwas wärmer. Über den Bergen bilden sich am Nachmittag Quellwolken, gegen Abend sind in Osttirol und Oberkärnten kräftige Regenschauer und Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen voraussichtlich zwischen 20 und 28 Grad. In 2000 Meter Seehöhe um 14 Grad.
Im Westen und Südwesten kommt endlich Regen
Bei der Trockenheit deutet sich zumindest teilweise eine Entspannung an. Die aufsummierte Niederschlagsprognose bis Ende August zeigt in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberkärnten stellenweise über 100 Liter pro Quadratmeter. Im Osten und Südosten, wo die Böden am trockensten sind, kommt dagegen deutlich weniger zusammen. Wie viel Niederschlag tatsächlich fällt, ist allerdings noch sehr unsicher: In diesem Jahr wurden schon öfter ergiebige Niederschläge berechnet, die am Ende nur in stark abgeschwächter Form eingetroffen sind.
Unabhängig von den nächsten Tagen und einzelnen Modellläufen gilt eine grundsätzliche Überlegung für den Herbst: Die Meere sind derzeit so warm wie nie zuvor. Damit verdunstet mehr Feuchtigkeit, und in den kommenden Wochen und Monaten werden sich sehr kräftige Tiefdruckgebiete bilden, zum Beispiel über dem Mittelmeer. Je nach Zugbahn können stellenweise sehr große Regenmengen fallen. In diesem Herbst ist daher auch das Potenzial für Hochwasser relativ hoch. Völlig offen ist dabei, welche Regionen es trifft und ob die betroffenen Regionen in Österreich liegen: Ziehen Italientiefs südlich an Österreich vorbei Richtung Kroatien, streifen sie uns nur; nehmen sie direkten Kurs auf die Südalpen, fällt der Regen bei uns. Vb-Tiefs wiederum bringen die großen Mengen im Osten und an der Alpennordseite.
Endgültig bilanziert wird Anfang September
Die abschließende Auswertung folgt, sobald die Messdaten für den kompletten August vorliegen. Ganz fix ist in der Meteorologie bis zum letzten Tag zwar nie etwas – an der Reihenfolge dürfte sich aber nichts mehr ändern, offen ist in erster Linie, wie groß der Abstand am Ende sein wird. Sicher ist vor allem eines: 2003 und 2024 galten jeweils als Jahrhundertsommer – 2026 wird der dritte innerhalb von 23 Jahren.