HITZEWELLE

Bis zu 35 Grad: Neue Hitzewelle in Kärnten und Osttirol erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten
Ein Ventilator mit flatternden Bändern vor tiefblauem Himmel und strahlender Sonne bei großer Hitze.
Am Höhepunkt der Hitzewelle steigt zum Wochenende stellenweise die Gewittergefahr an. (Symbolbild: Pixabay)

Die Hitzewelle in Kärnten und Osttirol geht in eine neue Phase. In einigen Stadtteilen von Klagenfurt und Villach liegt eine Tropennacht hinter uns, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad gefallen ist. Bis Freitag oder Samstag klettern die Höchstwerte nun Tag für Tag weiter nach oben, am Höhepunkt sind im Lavanttal, im Jauntal oder im oberen Drautal bis zu 35 Grad möglich. Zum Wochenende steigt zwar die Gewitterneigung an, heftige Gewitter sind aber nur stellenweise zu erwarten. In vielen Landesteilen bleibt es die gesamte Woche über trocken.

Die Hitzeserie hält seit dem 18. Juni

Seit dem 18. Juni gab es in Kärnten mit einer einzigen Ausnahme keinen Tag, an dem nicht zumindest eine Messstation die 30-Grad-Marke erreicht oder überschritten hätte. Nur am Montag, dem 6. Juli, blieb das ganze Land knapp darunter. Schon am Dienstag meldete sich die Hitze zurück: Ferlach erreichte rund 34 Grad, in St. Andrä im Lavanttal und in Dellach im Drautal wurden rund 33 Grad gemessen.

Karte der Tageshöchstwerte in Kärnten und Osttirol vom 7. Juli 2026 mit Spitzenwert von 33,9 Grad in Ferlach.
Die Höchstwerte vom Dienstag: Ferlach erreichte 33,9 Grad, dahinter folgen St. Andrä im Lavanttal und Dellach im Drautal. (Grafik: Tauernwetter)

Hitzewelle ist nicht gleich Hitzewelle: Zwei Definitionen im Vergleich

Wie lange die aktuelle Hitzewelle nun schon dauert, hängt davon ab, welche Definition man zugrunde legt. Die GeoSphere Austria verwendet die Definition des tschechischen Meteorologen Jan Kysely: Eine Hitzewelle beginnt demnach mit mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen über 30 Grad und gilt als fortdauernd, solange das Mittel der gesamten Periode über 30 Grad bleibt, wobei einzelne Tage zwischen 25 und 30 Grad ausdrücklich dazuzählen. An Orten wie St. Andrä im Lavanttal hat die Hitzewelle nach dieser Lesart am 18. Juni begonnen und wird nach unseren Prognosen mindestens bis Sonntag andauern. Das wären dann bereits 25 Tage am Stück.

Daneben ist in Europa eine strengere Definition weit verbreitet: Auch hier beginnt eine Hitzewelle, wenn an einem Ort an drei Tagen in Folge die 30-Grad-Marke erreicht oder überschritten wird. Sie endet allerdings, sobald die 30 Grad auch nur an einem einzigen Tag verfehlt werden, und sei es um ein Zehntelgrad. Nach dieser Lesart dauerte die Hitzewelle in St. Andrä vom 18. Juni bis zum 4. Juli, also 17 Tage, denn an jedem einzelnen dieser Tage wurden dort mindestens 30,0 Grad erreicht. Erst der 5. Juli beendete die Serie mit 29,4 Grad. Seit gestern, Dienstag, hat auch nach dieser strengen Definition an vielen Stationen eine neue Hitzewelle begonnen. In höher gelegenen Orten bleibt es naturgemäß kühler. So oder so bleibt festzuhalten: Eine derart lange Phase mit derart konstanter Hitze ist auch für den Hochsommer außergewöhnlich.

Verlauf der Tageshöchsttemperatur in St. Andrä im Lavanttal vom 18. Juni bis 12. Juli 2026 mit Messwerten und Prognose.
Die Tageshöchstwerte in St. Andrä im Lavanttal seit dem 18. Juni, ab dem 8. Juli ergänzt um die Tauernwetter-Prognose bis Sonntag. (Grafik: Tauernwetter, Messdaten: GeoSphere Austria)

Der Wetterbericht für die kommenden Tage

Heute, Mittwoch

Heute ist es zumindest ab und zu sonnig und sommerlich warm. Zeitweise ziehen dichtere Wolkenfelder durch, am längsten sonnig bleibt es in Osttirol und im Gailtal. Hier und da kann von Norden her auch ein kurzer Regenschauer durchziehen. Der Wind weht mäßig aus Nord, auf den Bergen kommt stürmischer Nordwind auf. Im Mölltal ist es zeitweise föhnig, auch hier sind Sturmböen bis zu 80 km/h möglich. Nach Frühtemperaturen von 13 bis 21 Grad steigen die Werte tagsüber auf 22 bis 31 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es rund 14 Grad.

Morgen, Donnerstag

Am Donnerstag setzt sich das sonnige und hochsommerliche Wetter fort. In Osttirol ist es oft wolkenlos, im übrigen Land ziehen zeitweise dünne, hohe Wolkenfelder durch, die den sonnigen Eindruck aber kaum stören. Es bleibt überall trocken. Der Nordwind weht im Bergland und in den nördlichen Tälern noch kräftig, im Mölltal föhnig. In den Becken im Süden ist der Wind schwach. Nach Tiefstwerten von 10 bis 19 Grad wird es mit 23 bis 32 Grad wieder heiß. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 15 Grad.

Übermorgen, Freitag

Am Freitag ist es zunächst noch sonnig und am Nachmittag oft sehr heiß. Im Tagesverlauf bilden sich im Süden und Westen Quellwolken. Ab dem späten Nachmittag entstehen ausgehend von den Bergen Regenschauer und Gewitter, die stellenweise heftig ausfallen und gegen Abend eventuell das Klagenfurter Becken erreichen könnten. In Osttirol wird es am Nachmittag recht verbreitet gewittrig. Der Wind dreht auf Südwest und weht schwach bis mäßig. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 8 und 19 Grad, die Höchstwerte erreichen 25 bis 34, ganz vereinzelt vielleicht sogar 35 Grad.

Samstag

Der Samstag wird hochsommerlich, wenn auch nicht ganz beständig. Zunächst zeigt sich die Sonne, ab Mittag bilden sich aber stellenweise Regenschauer und Gewitter. Diese können wieder heftig ausfallen, örtlich sind auch Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Im Gailtal frischt der Wind spürbar auf. Mit Höchstwerten von 23 bis 33 Grad wird es schwül und heiß. In 2000 Meter Seehöhe hat es bis zu 18 Grad.

Sonntag

Der Sonntag bringt wieder viel Sonne. Hier und da könnten in der Früh ein paar Regentropfen fallen, doch bald setzt sich überall die Sonne durch. Am Nachmittag können sich über dem Bergland einzelne Schauer oder Gewitter bilden. Es bleibt heiß mit Höchstwerten zwischen 23 und 33 Grad.

ALPIXION-Temperaturkarte für Kärnten und Osttirol am Samstag mit verbreitet über 30 Grad in den Tälern und Becken.
Die von ALPIXION berechneten Höchstwerte für Samstag: In Klagenfurt, Ferlach, Lienz und St. Andrä sind 33 Grad zu erwarten, im Lavanttal örtlich noch mehr. (Grafik: Tauernwetter)

Stellenweise heftige Gewitter am Wochenende

Am Freitag und Samstag steigt die Gewitterneigung an. Die Luft wird zunehmend schwüler, und ab dem späten Nachmittag können sich ausgehend von den Bergen einzelne Regenschauer und Gewitter entwickeln. Diese fallen stellenweise heftig aus, örtlich sind Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Es handelt sich dabei allerdings um eng begrenzte Ereignisse: In vielen Landesteilen bleibt es die gesamte Woche über trocken. Wo genau die Gewitter niedergehen, lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht seriös eingrenzen. Wir beobachten die Entwicklung laufend und informieren rechtzeitig, sobald sich die Schwerpunkte abzeichnen.

Die Waldbrandgefahr spitzt sich erneut zu

Bis einschließlich Donnerstag fällt in ganz Kärnten und Osttirol praktisch kein Niederschlag, und auch die Gewitter am Freitag und Samstag bringen nur örtlich begrenzte Regenmengen. In vielen Landesteilen dürfte es die gesamte Woche über trocken bleiben. Die hohen Temperaturen lassen die verbliebene Feuchtigkeit in den Böden rasch verdunsten, und so steigt die Waldbrandgefahr im Laufe der Woche weiter an. Am Sonntag herrscht verbreitet mittlere Gefahr, im Lavanttal rund um Wolfsberg und St. Andrä, auf der Saualpe sowie rund um den Lienzer Talboden hohe Gefahr. Hinzu kommt, dass auch Gewitter durch Blitzschläge Brände auslösen können, die meisten Waldbrände werden allerdings von Menschen verursacht.

Karte der Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol für Sonntag mit hoher bis sehr hoher Gefahr im Lavanttal und rund um Lienz.
Die von ALPIXION berechnete Waldbrandgefahr für Sonntag: verbreitet mittlere Gefahr, im Lavanttal, auf der Saualpe und rund um den Lienzer Talboden hohe bis sehr hohe Gefahr. (Grafik: Tauernwetter)

Der Sommer liegt bisher 2,4 Grad über dem Klimamittel

Wie außergewöhnlich dieser Sommer bislang verläuft, zeigt die Bilanz der ersten fünf Wochen. Vom 1. Juni bis zum 5. Juli lag die Temperatur in Kärnten und Osttirol im Schnitt 2,4 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020, und das, obwohl dieses jüngste 30-jährige Mittel selbst schon ein sehr warmes ist. Gemessen am älteren Klimamittel 1961 bis 1990 beträgt die Abweichung sogar 4,4 Grad. Die Abweichung zieht sich durch alle Landesteile, von den Tauerntälern bis ins Klagenfurter Becken.

Karte der Temperaturabweichung in Kärnten und Osttirol für den bisherigen Sommer 2026 mit flächendeckend über zwei Grad zu warmen Werten.
Die Temperaturabweichung vom 1. Juni bis zum 5. Juli: Kärnten und Osttirol liegen bisher 2,4 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020. (Grafik: Tauernwetter, Daten: GeoSphere Austria SPARTACUS)

Ausblick: Die Hitze bleibt uns wohl auch nächste Woche erhalten

Wer auf eine baldige Abkühlung hofft, muss sich nach derzeitigem Stand weiter gedulden. Ein Blick auf die Temperaturentwicklung in rund 1500 Meter Höhe zeigt, wie stabil die warme Wetterlage ist: Nahezu alle 30 Läufe des Ensembles verlaufen bis über die Mitte des Monats hinaus durchgehend über dem Klimamittel. Erst gegen Ende des Prognosezeitraums zeigen einzelne Läufe die Möglichkeit einer Abkühlung. Ganz festgelegt ist die Entwicklung also noch nicht: Je weiter der Blick nach vorne reicht, desto unsicherer wird die Prognose. Das erkennt man gut daran, dass die einzelnen Ensembleläufe mit der Zeit immer weiter auseinanderlaufen.

Ensemble-Diagramm der Temperatur in 850 Hektopascal für Klagenfurt bis 23. Juli mit fast allen Läufen über dem Klimamittel.
Die Temperaturentwicklung in rund 1500 Meter Höhe über Klagenfurt bis zum 23. Juli: Nahezu alle 30 Ensembleläufe verlaufen durchgehend über dem Klimamittel 1991 bis 2020 (rote Linie). (Grafik: Tauernwetter, Daten: NOAA GEFS)

Dasselbe Bild zeigt der Blick auf die Europakarte: Zu Beginn der kommenden Woche liegt über Mitteleuropa weiterhin eine ausgeprägte Wärmeanomalie, die Temperaturen in der Höhe bleiben deutlich über den für Mitte Juli üblichen Werten. Vieles deutet also auf eine Fortsetzung des heißen Sommerwetters hin, auch wenn die Details für die kommende Woche naturgemäß noch mit Unsicherheiten behaftet sind. Für alle Gemeinden in Kärnten und Osttirol stehen auf tauernwetter.at täglich mehrfach aktualisierte Ortsprognosen bereit.

Karte der Temperaturabweichung in 850 Hektopascal über Europa für Montag mit ausgeprägter Wärmeanomalie über Mitteleuropa.
Die Temperaturabweichung in rund 1500 Meter Höhe am kommenden Montag: Über dem Alpenraum bleibt es deutlich zu warm. (Grafik: Tauernwetter, Daten: GFS/NOAA)

Quellen

Prognosen: ALPIXION, das 800-Meter-Modell von Tauernwetter, sowie GEFS-Ensemble und GFS der US-Wetterbehörde NOAA. Messdaten: GeoSphere Austria, verfügbar unter der Lizenz CC BY 4.0. Klimabilanz: SPARTACUS-Datensatz der GeoSphere Austria.

Titelbild: Pixabay (Symbolbild). Urheberrecht sämtlicher anderen Grafiken in diesem Artikel: Alle gezeigten Karten und Diagramme wurden von tauernwetter.at eigenständig erstellt. Das ausschließliche Urheberrecht daran liegt bei tauernwetter.at.

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