WETTERUMSCHWUNG

Kräftige Gewitter und bis zu 100 Liter Regen: Wetterumschwung in Kärnten und Osttirol

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten
Dunkle Gewitterwolken über einer sommerlichen Berglandschaft
In den kommenden Tagen sind in Kärnten und Osttirol kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Foto: Pixabay.

Die sommerlich warme Phase in Kärnten und Osttirol geht zu Ende. Schon am Sonntagnachmittag und am Montag sind in der schwülen Luft Regenschauer und Gewitter zu erwarten, einzelne Gewitter können mit Starkregen, Hagel und Sturmböen kräftig ausfallen. Ab Dienstag setzt sich Tiefdruckeinfluss durch und es kühlt deutlich ab. Bis Freitagnacht fallen nach aktuellem Stand verbreitet 50 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter – der erste flächendeckende, ergiebige Regen seit vielen Monaten und eine dringend benötigte Verschnaufpause für die ausgetrockneten Böden.

Am Sonntag erste Schauer und Gewitter, nach Norden hin örtlich kräftig

Am Sonntag, dem 7. Juni, scheint am Nachmittag zeitweise die Sonne, von Osttirol her ziehen aber zunehmend Wolken und Regenschauer auf. In Osttirol und entlang der Karnischen Alpen regnet es zeitweise, stellenweise sind auch Gewitter dabei. Im Laufe des Nachmittags und Abends bilden sich auch in den anderen Landesteilen Regenschauer und einzelne Gewitter, die stellenweise auch kräftig ausfallen können, vor allem nach Norden hin. Der Wind weht schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen. In Unterkärnten und im Osten bleibt es bis zum Abend bei nur einzelnen Schauern. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 Grad in Mallnitz und 28 Grad im Lavanttal. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 10 Grad.

Am Montag schwül und sehr warm, ab dem Nachmittag kräftige Gewitter möglich

Der Montag, der 8. Juni, beginnt verbreitet sonnig, in Osttirol ziehen aber schon am Vormittag dichtere Wolken auf. Tagsüber wird es noch einmal sehr warm und schwül, am längsten sonnig bleibt es im Klagenfurter Becken und in Unterkärnten. Am Nachmittag und Abend breiten sich von Osttirol und Oberkärnten her Regenschauer und Gewitter aus, die meisten davon im Westen und in den Nockbergen. Einzelne Gewitter können kräftig ausfallen und Starkregen, Hagel sowie stürmische Böen bringen. Der Südwind frischt auf den Bergen lebhaft auf. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 7 und 15 Grad, die Höchstwerte erreichen 20 bis 29 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 12 Grad.

Ab Dienstag ergiebiger Regen und deutliche Abkühlung

Am Dienstag, dem 9. Juni, regnet es vor allem in Osttirol und Oberkärnten schon am Morgen zeitweise, entlang des Tauernhauptkammes und im Pustertal kann der Regen auch kräftiger ausfallen. Im Klagenfurter Becken und in Unterkärnten beginnt der Tag mit Auflockerungen, am Nachmittag und Abend bilden sich aber auch hier verbreitet Regenschauer und Gewitter. In der noch immer warmen und feuchten Luft sind erneut einzelne kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich, besonders im Lavanttal und im oberen Drautal kann es am Abend intensiv regnen. Der Wind weht mäßig aus Südwest, auf den Bergen lebhaft. Die Höchstwerte erreichen 16 Grad in den Tauerntälern und bis zu 28 Grad im Lavanttal.

Am Mittwoch, dem 10. Juni, ist es deutlich kühler und unbeständig. Vor allem in der ersten Tageshälfte regnet es in weiten Teilen des Landes zeitweise, in Osttirol und Oberkärnten hält der Regen voraussichtlich auch länger an. Am Nachmittag lockert es zwischendurch etwas auf, gegen Abend setzt von Westen her erneut Regen ein. Die Höchstwerte kommen nicht über 11 bis 19 Grad hinaus, am kühlsten bleibt es in den Tälern im Bereich der Tauern. In 2000 Meter Seehöhe hat es nur mehr um 7 Grad – in einigen Tälern kühlt es im Vergleich zum Montag um bis zu 15 Grad ab.

Am Donnerstag, dem 11. Juni, klingen die Regenschauer in den Morgenstunden von Westen her ab, in Osttirol zeigt sich rasch wieder die Sonne. Tagsüber setzt sich die Sonne von Westen her zeitweise durch, im Osten halten sich anfangs noch dichtere Wolken mit einzelnen Schauern. Kräftiger Nordwind frischt auf, der in den Tauern und im Mölltal als Föhn mit Böen um 70 km/h durchgreifen kann. Die Höchstwerte erreichen 14 bis 22 Grad.

Verbreitet 50 bis 100 Liter Regen bis Freitag

Das hochauflösende ALPIXION-Wettermodell berechnet bis Freitagnacht verbreitet 50 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter, die größten Mengen in Osttirol, in Oberkärnten und entlang der Gurktaler Alpen. Auch das Modell ICON-EU des Deutschen Wetterdienstes stützt diese Verteilung. Deutlich weniger Regen fällt voraussichtlich in Unterkärnten, dort sind teilweise nur um die 30 Liter zu erwarten.

ALPIXION-Prognosekarte des akkumulierten Niederschlags bis Freitag, 12. Juni 2026, mit den höchsten Werten in Osttirol, Oberkärnten und den Gurktaler Alpen
Akkumulierter Niederschlag bis Freitag, dem 12. Juni 2026, um 02:00 Uhr MESZ nach dem hochauflösenden ALPIXION-Wettermodell. Die größten Mengen zeichnen sich in Osttirol, Oberkärnten und entlang der Gurktaler Alpen ab. Modell: TAUERNWETTER® ALPIXION. Grafik: tauernwetter.at.
ICON-EU-Prognosekarte des akkumulierten Niederschlags bis Freitag, 12. Juni 2026, mit Schwerpunkt in Osttirol und Oberkärnten
Akkumulierter Niederschlag bis Freitag, dem 12. Juni 2026, um 02:00 Uhr MESZ nach dem Modell ICON-EU des Deutschen Wetterdienstes. Auch dieses Modell legt den Schwerpunkt der Niederschläge auf Osttirol und Oberkärnten. Daten: ICON-EU. Grafik: tauernwetter.at.

Ein Teil dieser Summen stammt allerdings aus den Schauern und Gewittern bis Dienstag. Gewitter sind kleinräumig, die tatsächlichen Mengen können daher von Ort zu Ort stark schwanken: Wo sich ein kräftiges Gewitter entlädt, kommen innerhalb kurzer Zeit große Mengen zusammen, wenige Kilometer weiter fällt mitunter deutlich weniger. Der flächige Regen von Dienstagnacht bis Donnerstag lässt sich hingegen wesentlich verlässlicher vorhersagen.

Die größten Regenmengen sollen damit genau in jene Regionen fallen, in denen es im bisherigen Juni am wenigsten geregnet hat – in die westlichen und nördlichen Landesteile.

Erster nicht zu trockener Monat seit Februar in Reichweite

In der ersten Juniwoche fielen in Kärnten und Osttirol bereits verbreitet 15 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter, entlang der Karawanken waren es bis zu 70 Liter. Treffen die erwarteten Niederschläge der kommenden Tage ein, könnte der Juni im Flächenmittel der erste Monat seit Februar werden, der nicht zu trocken ausfällt – und erst der zweite seit November 2025.

INCA-Analysekarte des akkumulierten Niederschlags in der ersten Juniwoche 2026 mit den höchsten Werten entlang der Karawanken
Akkumulierter Niederschlag vom Montag, dem 1. Juni, bis zum Sonntag, dem 7. Juni 2026, nach der INCA-Analyse. Entlang der Karawanken fielen bereits bis zu 70 Liter pro Quadratmeter. INCA-Daten: GeoSphere Austria. Grafik: tauernwetter.at.

Eine Entwarnung ist das bei weitem nicht: Das seit dem Winter aufgelaufene Niederschlagsdefizit wird durch diese Regenmengen nicht ausgeglichen, und die Grundwasserstände liegen weiterhin auf extrem niedrigem Niveau. Für die Landwirtschaft kommt der Regen aber zur richtigen Zeit und verschafft den Böden eine dringend benötigte Verschnaufpause.

Ausblick: Am Freitag freundlicher, in der dritten Juniwoche womöglich wieder heiß

Am Freitag, dem 12. Juni, beruhigt sich das Wetter nach derzeitigem Stand wieder. Die Sonne zeigt sich häufiger, es bleibt meist trocken und die Höchstwerte steigen auf bis zu 25 Grad. Diese Prognose ist allerdings noch mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Ein Blick auf die Mittelfristmodelle deutet als sehr grober Trend an, dass in der dritten Juniwoche stabileres Wetter und auch Hitze nach Kärnten und Osttirol zurückkehren könnten. Wir aktualisieren diesen Ausblick in den kommenden Tagen.

Quellen

Datenquellen: Niederschlagsprognosen aus dem hochauflösenden TAUERNWETTER® ALPIXION-Wettermodell sowie dem Modell ICON-EU des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Niederschlagsanalyse der ersten Juniwoche basiert auf INCA-Daten von GeoSphere Austria. Die INCA-Daten stehen unter der Lizenz CC BY 4.0.

Urheberrecht der Grafiken: Alle in diesem Artikel gezeigten Karten und Auswertungen wurden von tauernwetter.at aus den genannten Datensätzen berechnet und aufbereitet. Das Urheberrecht an diesen Grafiken liegt bei tauernwetter.at. Titelbild: Pixabay.

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