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Waldbrände in Österreich: Wochenende bringt Badewetter

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten

Seit Anfang April haben NASA-Satelliten 949 Hitzesignale auf österreichischem Staatsgebiet erfasst — also Punkte, an denen es deutlich heißer ist als in der Umgebung. Die mit Abstand stärkste Konzentration liegt allerdings nördlich der Grenze in Bayern: Allein dort registrierten die Satelliten rund 600 Signale, im weiteren Kartenausschnitt von Tschechien bis Slowenien kommen weitere 217 dazu. Auch in Kärnten brannte es: am Faaker See und im Lesachtal — bislang allerdings vergleichsweise glimpflich. Im Bezirk St. Veit liegt das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn verbreitet bei über 60 Prozent — der trockenste Jahresbeginn seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Am Wochenende lockt frühsommerliches Wetter mit bis zu 25 Grad an die Seen, im Lavanttal steigt die Waldbrandgefahr damit gleichzeitig wieder auf die höchste Stufe.

Waldbrand in einem Nadelwald, Symbolbild zur Waldbrandgefahr
Seit Anfang April haben NASA-Satelliten in Österreich 949 Hitzesignale erfasst, in Bayern rund 600 weitere. In Kärnten brannte es am Faaker See und im Lesachtal — bislang allerdings vergleichsweise glimpflich. Foto: reinhardthrainer / Pixabay

Fast 1000 Hitzesignale in Österreich seit Anfang April

Die NASA-Satelliten VIIRS und MODIS umkreisen die Erde mehrmals täglich und erfassen aus dem Weltall Hitzeanomalien — Punkte, an denen die Bodentemperatur deutlich über jener der Umgebung liegt. Vom 1. April bis heute, 7. Mai, registrierten die Satelliten in Österreich 949 solcher Signale, im gesamten erfassten Kartenausschnitt 1.768. Die übrigen 817 verteilen sich auf Bayern, Tschechien, die Slowakei, Slowenien und den italienischen Grenzraum.

Hinter jedem Punkt steckt nicht zwangsläufig ein Großbrand: Auch landwirtschaftliche Feuer wie das Abflammen von Stoppelfeldern und Feldrainen, kontrollierte Abbrände und Müllverbrennungen werden mit erfasst. Trotzdem zeichnet die Karte die außergewöhnlich trockenen Wochen seit Anfang April deutlich nach.

Innerhalb Österreichs liegen die Schwerpunkte in Salzburg, im Mühl- und Innviertel, in der nördlichen Steiermark, im Wein- und Mostviertel sowie im nördlichen Burgenland. Größere Cluster sind rund um Linz, im Wiener Becken und im Südburgenland zu erkennen.

NASA FIRMS Karte mit Hitzesignalen der Satelliten VIIRS und MODIS für Österreich, Bayern und Nachbarländer vom 1. April bis 7. Mai 2026
Hitzesignale der Satelliten VIIRS und MODIS vom 1. April bis 7. Mai 2026: Innerhalb Österreichs wurden 949 Signale erfasst, allein in Bayern rund 600 weitere — die mit Abstand stärkste Konzentration im gesamten Kartenausschnitt. Quelle: NASA FIRMS

Bayern als Brennpunkt — rund 600 Hitzesignale allein im Freistaat

Die deutlich stärkste Konzentration zeigt sich allerdings nicht in Österreich, sondern nördlich der Grenze in Bayern. Allein im Freistaat registrierten die Satelliten zwischen 1. April und 7. Mai rund 600 Hitzesignale. Vom Bodenseeraum bis hinaus ins Salzkammergut reihen sich die Punkte auf der Karte fast lückenlos aneinander, besonders dicht ist die Konzentration im Allgäu, in Niederbayern und in der Oberpfalz. Gemessen an der Fläche ist die Trefferdichte damit deutlich höher als in Österreich.

Mehrere Gründe kommen zusammen: Auch in Bayern fiel seit März deutlich weniger Niederschlag als üblich, dazu kommt das Abflammen von Stoppelfeldern und Feldrainen, das im Freistaat verbreiteter ist als in Österreich. Und schließlich erleichtern ebene, offene Flächen den Satelliten die Erfassung — enge, beschattete Alpentäler tun das nicht.

Kärnten kam bislang noch glimpflich davon

Im Vergleich zu Bayern und zu den nördlichen und östlichen Bundesländern Österreichs kam Kärnten bislang — trotz des Rekord-Waldbrands im Lesachtal und zumindest was die Zahl der Brände betrifft — relativ glimpflich davon. Das kann sich allerdings jederzeit ändern, vor allem wenn die Waldbrandgefahr am Wochenende wieder steigt. Im April brannten Wiesen und Wald auch rund um den Faaker See und am Karawankenkamm. Dass Osttirol auf der Satellitenkarte fast leer bleibt, ist erfreulich — eine schlüssige Ursache lässt sich aber nur schwer dafür finden, schließlich grenzt das Lesachtal direkt an Osttirol. Wahrscheinlich ist es schlicht Zufall, möglicherweise hat auch die längere Schneedecke auf den höheren Bergen eine kleine Rolle gespielt.

Karte der Waldbrände und Hitzesignale in Kärnten vom 1. Jänner bis 7. Mai 2026
Waldbrände und Hitzesignale in Kärnten vom 1. Jänner bis 7. Mai 2026: Insgesamt 93 Hitzesignale, mit Schwerpunkten im Lesachtal, am Faaker See und rund um Klagenfurt. Quelle Hitzesignale: NASA FIRMS (VIIRS + MODIS), bestätigte Waldbrände: Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur Wien.

Bezirk St. Veit: trockenster Jahresbeginn der Messgeschichte

Die Trockenheit, die diese Brände begünstigt, hat in Kärnten und Osttirol mittlerweile Rekorddimensionen erreicht. Vom 1. Jänner bis 6. Mai fielen im Schnitt nur 52 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, das Defizit gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990 beträgt also 48 Prozent. Besonders stark betroffen ist der Bezirk St. Veit. Im Gurk- und Glantal liegt die Abweichung stellenweise schon bei über minus 60 Prozent — so trocken war ein Jahresbeginn dort seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie.

Karte der Niederschlagsabweichung in Kärnten und Osttirol vom 1. Jänner bis 5. Mai 2026 gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990
Niederschlagsabweichung in Kärnten und Osttirol vom 1. Jänner bis 6. Mai 2026 gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990: Im Flächenmittel fielen nur 52 Prozent der üblichen Menge, im Bezirk St. Veit stellenweise sogar weniger als 40 Prozent. Quelle: GSA Datahub, Datensatz: SPARTACUS, Auswertung tauernwetter.at

In Weitensfeld erreicht die Abweichung mit Stichtag 5. Mai exakt minus 59 Prozent: Statt der üblichen 191 Millimeter sind seit 1. Jänner nur 78 Millimeter gefallen. Da heute Donnerstag in Weitensfeld kein nennenswerter Regen fällt, wird die 60-Prozent-Marke voraussichtlich noch im Laufe des Tages überschritten.

Diagramm Niederschlag Weitensfeld vom 1. Jänner bis 5. Mai 2026 im Vergleich zum Klimamittel
Niederschlag in Weitensfeld seit 1. Jänner 2026: Statt der üblichen 191 Millimeter sind nur 78 Millimeter gefallen, die Abweichung liegt bei minus 59 Prozent. Quelle: GSA Datahub, Datensatz: SPARTACUS, Auswertung tauernwetter.at

Wenig Regen in den Tälern, etwas größere Mengen nur im Bergland

Auch die kommenden fünf Tage bringen keine echte Entspannung. Schauer und Gewitter ziehen zwar durch, beschränken sich aber meist auf das Bergland und treffen längst nicht alle Regionen. In den großen Tälern und Becken kommt vielfach nur sehr wenig Niederschlag zusammen, am ehesten trocken bleibt es zwischen Klagenfurt und St. Andrä im Lavanttal.

Stellenweise — vor allem in den Tauern, den Nockbergen und im oberen Gurktal — sind in den nächsten fünf Tagen vereinzelt sogar 20 Liter pro Quadratmeter und mehr drin. In weiten Teilen Unterkärntens, vom Klagenfurter Becken über das Jauntal bis ins Lavanttal, kommen dagegen nur wenige Millimeter zusammen oder es bleibt sogar trocken. Für die Vegetation und für die Waldbrandgefahr ändert sich damit kaum etwas.

ALPIXION-Niederschlagsprognose für die kommenden 120 Stunden in Kärnten und Osttirol
ALPIXION-Niederschlagsprognose für die kommenden 120 Stunden: Stellenweise 20 Liter pro Quadratmeter und mehr in den Tauern, den Nockbergen und im oberen Gurktal — in Unterkärnten dagegen nur wenige Millimeter oder trocken.

Auch der Blick auf den weiteren Alpenraum bestätigt das Bild: Nennenswerter Regen fällt nur entlang des Alpenhauptkamms, abseits davon bleibt es vielerorts trocken.

ICON-EU-Niederschlagsprognose für die kommenden 120 Stunden im Alpenraum
ICON-EU-Niederschlagsprognose für die kommenden 120 Stunden im Alpenraum: Nennenswerter Regen fällt nur entlang des Alpenhauptkamms, abseits davon bleibt es vielerorts trocken. Quelle: DWD

Wetterausblick bis Montag im Detail

Heute, Donnerstag

Nach trübem Beginn setzt sich tagsüber zunehmend die Sonne durch und es wird sehr mild. Am Vormittag lockern die Wolken auf, ab Mittag scheint dann verbreitet die Sonne. Am späten Nachmittag und gegen Abend bilden sich allerdings vor allem in Osttirol, im Mölltal und in den Tauern wieder dichtere Wolken, dazu ziehen einzelne Regenschauer durch, in Osttirol kann es auch kurz blitzen und donnern. Im Großteil Kärntens bleibt es aber trocken. Der Wind weht meist schwach bis mäßig aus Süd, in den nördlichen Landesteilen vom Gailtal über die Nockberge bis ins Gurktal lebhaft. Frühwerte 3 bis 10 Grad, am kühlsten in den Tälern der Tauern. Die Höchstwerte erreichen in Mallnitz 13 Grad, im Lavanttal und im Klagenfurter Becken bis zu 24 Grad. In 2000 Meter Höhe hat es um 4 Grad.

Morgen, Freitag

Am Freitag scheint nach klarer Nacht von der Früh weg verbreitet die Sonne, am Vormittag bleibt der Himmel oft ungetrübt. Im Tagesverlauf ziehen dann von Westen her dünne, hohe Wolken auf, am Nachmittag verdichten sie sich allmählich. Es bleibt überall trocken, nur in den Tälern der Tauern Osttirols kann sich nachmittags vereinzelt ein kurzer Schauer ausgehen. Der Wind spielt kaum eine Rolle, schwacher Südwind. Frühwerte zwischen 1 Grad in Glödnitz und 6 Grad in St. Veit, die Temperaturen steigen am Nachmittag auf 15 bis 23 Grad — am wärmsten wird es im Lavanttal und im Klagenfurter Becken. In 2000 Meter Höhe hat es um 6 Grad.

Übermorgen, Samstag

Am Samstag wechseln Sonne und harmlose Wolken einander ab, am Nachmittag dominiert dann meist die Sonne. Bis zum späten Nachmittag bleibt es verbreitet trocken, am Abend ziehen ausgehend von den Tauern und Nockbergen einzelne Regenschauer durch, die später auch das Gurktal und das Lavanttal erreichen können. Es weht mäßiger, in den nördlichen Landesteilen lebhafter Südwind. Frühwerte 3 bis 9 Grad, die Höchstwerte klettern auf 17 bis 25 Grad — am wärmsten im Lavanttal. In 2000 Meter Höhe hat es um 11 Grad.

Sonntag

Am Sonntag überwiegen voraussichtlich die Wolken, die Sonne kommt nur zwischendurch zum Vorschein. Längere sonnige Phasen sind am ehesten im Süden und Osten zu erwarten, in Osttirol bleibt es ganztägig trüb. Es bleibt größtenteils trocken, nur vereinzelt kann sich ein kurzer Regenschauer bilden. Der Südwestwind frischt in den nördlichen Landesteilen lebhaft bis kräftig auf. Höchstwerte 15 bis 25 Grad. In 2000 Meter Höhe hat es um 10 Grad.

Montag

Am Montag setzt sich tagsüber wieder verbreitet die Sonne durch, nur am späten Nachmittag entstehen über dem Bergland einzelne Schauer und vielleicht ein Gewitter. In den großen Tälern und Becken bleibt es meist trocken und sehr mild. Der Südwestwind weht zeitweise kräftig, auf den Bergen mit Sturmböen. Höchstwerte zwischen 15 Grad in den Tauern und 25 Grad im Lavanttal. In 2000 Meter Höhe hat es um 11 Grad.

Wochenende mit Badewetter — frühsommerliche 25 Grad

Spätestens ab Samstag wird es frühsommerlich. Bei viel Sonnenschein und Höchstwerten bis zu 25 Grad lockt am Wochenende auch der Sprung in den See: Der Wörthersee und der Faaker See haben aktuell jeweils rund 16 Grad, der Klopeiner See sogar knapp 18 Grad — für eine erste Erfrischung also schon warm genug. Auch die nächste Woche startet am Montag noch sommerlich mit bis zu 25 Grad im Lavanttal.

Waldbrandgefahr steigt am Wochenende wieder — im Lavanttal "sehr hoch"

Mit der zurückkehrenden Wärme und dem fehlenden Regen verschärft sich am Wochenende auch die Waldbrandgefahr wieder deutlich. Am Sonntag erreicht sie in nahezu ganz Kärnten und Osttirol die Stufe "hoch", im gesamten Lavanttal sogar die höchste Stufe "sehr hoch". Rund 80 Prozent aller Waldbrände werden vom Menschen ausgelöst — durch weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer abseits der dafür vorgesehenen Stellen oder Funkenflug bei Arbeitsgeräten. In sehr seltenen Fällen können Brände auch durch einen Blitzeinschlag bei einem trockenen Gewitter entstehen.

ALPIXION-Waldbrandgefahr für Sonntag, 10. Mai 2026, in Kärnten und Osttirol
ALPIXION-Waldbrandgefahr für Sonntag, 10. Mai 2026: in nahezu ganz Kärnten und Osttirol "hoch", im gesamten Lavanttal sogar "sehr hoch".

Mehr zum Trend zu den immer früher auftretenden Hitzetage finden Sie im Beitrag vom 3. Mai.

Quellen: GSA Datahub (Datensätze: SPARTACUS und Stationsnetz), NASA FIRMS (VIIRS und MODIS, Near-Real-Time), Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur Wien (bestätigte Waldbrände in Kärnten), DWD (ICON-EU), ALPIXION (eigenes Modell mit rund 800 Meter Auflösung für Kärnten und Osttirol). Titelfoto: reinhardthrainer / Pixabay. Grafiken: tauernwetter.at.

Urheberrecht des Inhaltes und der Grafiken: tauernwetter.at

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