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Vor-Sommer in Kärnten und Osttirol: Am Montag bis zu 29 Grad

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten

Vom Kälteeinbruch direkt in den Vor-Sommer: Während in Glödnitz vor wenigen Tagen noch minus 5 Grad gemessen wurden, klettern die Temperaturen in Kärnten und Osttirol heute Sonntag auf bis zu 28 Grad. Am Montag werden im Lavanttal und im Jauntal sogar bis zu 29 Grad erwartet — wir kratzen Anfang Mai an der 30-Grad-Marke. Ab Mittwoch kühlt es etwas ab und es kommt zumindest ein wenig Regen.

Wörthersee bei Klagenfurt am Abend
Sommerwärme am Wörthersee: In Kärnten und Osttirol klettern die Temperaturen Anfang Mai auf bis zu 29 Grad. Foto: Pixabay

Aktuelle Höchstwerte: Lavanttal und Raum Villach an der Spitze

Am wärmsten wurde es heute Sonntag in Unter- und Mittelkärnten. Vorne liegen St. Andrä im Lavanttal mit 27,3 Grad, Ferlach im Rosental und St. Veit an der Glan mit jeweils 27,1 Grad sowie Spittal an der Drau mit 26,7 Grad. In Osttirol kletterte das Thermometer in Lienz auf 26,1 Grad. Der heutige Sonntag ist der bisher wärmste Tag des Jahres.

Am Montag kratzen wir an der 30-Grad-Marke

Noch wärmer wird es am Montag. Bei viel Sonnenschein und schwachem Südwind steigen die Temperaturen am Nachmittag verbreitet auf 24 bis 28 Grad. Im Lavanttal und im Jauntal sind sogar bis zu 29 Grad drin, am wärmsten wird es voraussichtlich rund um St. Andrä. Die 30-Grad-Marke werden wir Anfang Mai wohl nicht ganz erreichen — ganz ausschließen lässt sie sich an der wärmsten Station des Landes aber nicht. Auch in der Höhe bleibt es für die Jahreszeit sehr mild: In 2000 Meter hat es um 8 Grad.

ALPIXION-Temperaturprognose für Montagnachmittag, 4. Mai 2026
ALPIXION-Temperaturprognose für Montagnachmittag: Im Lavanttal werden bis zu 28 Grad erwartet, der Tageshöchstwert klettert in den wärmsten Bereichen auf bis zu 29 Grad.

Eisheilige sind heuer verfrüht

Vor wenigen Tagen sah die Welt noch ganz anders aus. In der Nacht auf den 1. Mai sank das Thermometer in Glödnitz auf exakt minus 5 Grad, in Weitensfeld lag der Tiefstwert nur knapp darüber. Auch in Klagenfurt gab es Bodenfrost. Die Eisheiligen — die kalten Tage zwischen 11. und 15. Mai — sind heuer also gut zwei Wochen früher dran. Die kälteste Phase ist damit vorbei. Wer im Garten Tomaten, Gurken oder mediterrane Kräuter setzen will, kann das in den tieferen Lagen jetzt machen. Über 1000 Meter Seehöhe ist es allerdings noch zu früh.

Erster 30er des Jahres kommt durch den Klimawandel immer früher

Der erste Hitzetag des Jahres — also der erste Tag mit mindestens 30 Grad — fällt durch den Klimawandel immer früher. In der Klimaperiode 1991 bis 2020 lag der erste österreichweite Hitzetag im Mittel bereits am 19. Mai, je nach Jahr zwischen Anfang Mai und Anfang Juni. Vor wenigen Jahrzehnten war der erste 30er meist erst im Juni dran.

In Kärnten fiel im April 2024 zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen die 30-Grad-Marke in einem April. Am 14. April 2024 wurden in Villach Stadt 30,9 Grad gemessen, in Dellach im Drautal 30,4 Grad und in Ferlach 30,3 Grad. Über alle Wetterstationen in Kärnten und Osttirol gerechnet ist das bis heute der einzige bekannte April-Tag mit 30 Grad oder mehr — ein Wert, der vor wenigen Jahrzehnten im April undenkbar gewesen wäre. Noch früher dran war im April 2024 die Steiermark: An der Wetterstation Bruck an der Mur wurden bereits am 7. April exakt 30,0 Grad gemessen — der früheste Hitzetag der österreichischen Messgeschichte, zehn Tage früher als der bisherige Rekord vom 17. April 1934 in der Stadt Salzburg.

Auch die Spitzenwerte für Anfang Mai stammen alle aus jüngerer Zeit. Den Rekord für die ersten sieben Maitage hält in Klagenfurt der 6. Mai 2003 mit 31,9 Grad, in Villach Stadt der 7. Mai 2003 mit 32,0 Grad und in St. Andrä im Lavanttal ebenfalls der 7. Mai 2003 mit 32,2 Grad. Die heutigen 28 Grad und die für morgen erwarteten 29 Grad liegen deutlich darunter — für Anfang Mai sind sie aber trotzdem klar über dem langjährigen Schnitt von 20 bis 25 Grad.

Bis Dienstag sommerlich — am Mittwoch zieht eine Störung über das Land

Am Dienstag bleibt es weitgehend sonnig und sehr warm, am Nachmittag bilden sich vor allem in den Karnischen Alpen und entlang des Tauernhauptkammes einzelne Schauer. Am Mittwoch zieht von Westen her eine Störung über das Land, verbreitet fällt etwas Regen. Entlang der Karnischen Alpen kann es zeitweise auch etwas kräftiger regnen — am Nassfeld werden bis zu 20 Millimeter erwartet. Vom Klagenfurter Becken bis ins Lavanttal kommen vorerst nur 1 bis 5 Millimeter zusammen, stellenweise könnte es hier sogar trocken bleiben. Am Donnerstag bilden sich vor allem in Osttirol und in den Hohen Tauern noch einzelne Schauer, die Schneefallgrenze sinkt auf rund 2000 Meter.

ALPIXION-Niederschlagsprognose 3. bis 8. Mai 2026
ALPIXION-Niederschlagsprognose bis Freitag: Die größten Mengen werden am Nassfeld und im Lesachtal erwartet, in Unterkärnten kommt nur wenig zusammen.

Waldbrandgefahr weiterhin hoch bis sehr hoch

Die Waldbrandgefahr ist heute und am Montag in Kärnten und Osttirol allgemein hoch, in Unterkärnten — vor allem im Lavanttal, an der Koralpe und an der Saualpe — sogar sehr hoch. Bei dieser Stufe können Brände auch ohne menschliches Zutun ausbrechen, etwa durch Blitzeinschlag bei einem Gewitter. Rund 80 Prozent aller Waldbrände werden aber vom Menschen ausgelöst. Vorsicht ist also dringend geboten: Offenes Feuer und weggeworfene Zigaretten sind im Wald aktuell besonders gefährlich, gegrillt werden sollte nur an den dafür vorgesehenen Stellen. Ab Mittwoch geht die Waldbrandgefahr durch den einsetzenden Regen vor allem in Osttirol und in Oberkärnten zurück, gebannt ist sie damit aber noch lange nicht — auch mittlere Stufe heißt mittlere Stufe.

ALPIXION-Waldbrandgefahr Montagnachmittag 4. Mai 2026
ALPIXION-Waldbrandgefahr für Montagnachmittag: in Kärnten und Osttirol allgemein hoch, in Unterkärnten, insbesondere im Lavanttal, im Bereich der Koralpe und im Bereich der Saualpe, sehr hoch.

Mehr zur anhaltenden Trockenheit in Kärnten und Osttirol gibt's im vorherigen Beitrag.

Quellen: GeoSphere Austria, ALPIXION (eigenes Modell mit 800 m Auflösung für Kärnten und Osttirol). Titelfoto: Pixabay. Grafiken: tauernwetter.at.

Urheberrecht des Inhaltes und der Grafiken: tauernwetter.at

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