Silvester-Wetter: Sturm und Kälte zum Jahreswechsel
Zum Jahreswechsel stellt sich das Wetter in Österreich komplett um: Eine Kaltfront bringt ab Dienstag deutlich kühlere Temperaturen, auf den Bergen Sturm und in den Nordstaulagen Schneefälle. Als direkte Folge des gestörten Polarwirbels strömt arktische Kaltluft weit nach Süden und erreicht am Silvesterabend ihren Höhepunkt über den Alpen.
Der Silvestertag selbst verläuft vor allem in der Nordhälfte Österreichs stürmisch und bewölkt mit Schneeschauern, während es im Süden freundlicher wird. In der Silvesternacht sind besonders von Salzburg bis Wien Sturmböen möglich. Neujahr beruhigt sich das Wetter wieder, die Sonne setzt sich durch und der Wind lässt nach.
Die meteorologische Situation: Kaltluft erreicht die Alpen
850 hPa Temperaturabweichung am Montag, 29. Dezember, Mittag:
850 hPa Temperaturabweichung an Silvester, 31. Dezember, Früh:
Quelle: NOAA/NCEP GFS | Darstellung: Tauernwetter
Was zeigen diese Karten?
Die 850 hPa Ebene (ca. 1.500 Meter Seehöhe) ist ein wichtiger meteorologischer Indikator für Luftmassen. Die Karten zeigen die Temperaturabweichung vom langjährigen Klimamittel in dieser Höhe.
Der dramatische Farbwechsel von Montag (29.12.) zu Silvester (31.12.) macht die Intensität der Kaltfront sichtbar: Binnen zwei Tagen fällt die Temperatur in 1.500 Meter Höhe um bis zu 15 Grad und liegt dann 5 bis 10 Grad unter dem langjährigen Schnitt. Diese polare Kaltluft ist eine direkte Folge des Polarwirbelsplits, über den wir vorgestern berichtet haben.
Besonders markant ist der extreme Temperaturkontrast zwischen der eisigen Luft über Mitteleuropa (dunkelblau) und der außergewöhnlich milden Luft über dem Atlantik und Skandinavien (rot/gelb). Genau diese Konstellation könnte am kommenden Wochenende für eine komplexe Wetterlage sorgen.
Die Wetterprognose im Detail
Kärnten und Osttirol
Windig und deutlich kälter. Der hartnäckige Nebel im Klagenfurter Becken löst sich endlich auf, bereits am Vormittag setzt sich überall die Sonne durch. Im Laufe des Tages wird der Sonnenschein immer wieder durch Wolkenfelder getrübt, die von Norden her durchziehen. Von der Früh weg dicht bewölkt ist es zwischen Heiligenblut und der Flattnitz, hier können am Nachmittag auch einige leichte Schneeschauer durchziehen.
Der Wind wird auf den Bergen stürmisch, auch in einigen Tälern, wie im Mölltal oder im oberen Gurktal sind nachmittags stürmische Böen dabei. Der Wind bringt deutlich kältere Luft, die Temperaturen erreichen nur noch 0 bis 3 Grad. In 2000 Meter Seehöhe gibt es einen Temperatursturz, hier kühlt es bis zum späten Nachmittag um rund 10 Grad auf Werte um die minus 12 Grad ab!
Meist überwiegt bis in den Nachmittag hinein der Sonnenschein, selbst im Klagenfurter Becken halten sich in der Früh nur ganz vereinzelt nicht beständige Nebelfelder. Ab dem späteren Nachmittag ziehen vor allem nördlich der Drau allmählich Wolken auf. Auf den Bergen und in den Taunerntälern kommt abermals stürmischer Nordwind auf.
Es wird noch kälter mit Höchstwerten zwischen minus 2 und plus 2 Grad, in 2000 Meter Seehöhe verharrt die Temperatur um minus 12 Grad.
Die Silvesternacht verläuft nördlich der Drau stellenweise bewölkt und entlang des Tauernhauptkammes fallen in der ersten Nachthälfte auch einige Schneeflocken. Es bleibt in einigen Landesteilen ausgesprochen windig und die Nacht verläuft überall frostig.
Wird das Wetter auch im Norden wieder freundlicher. Die Sonne scheint immer wieder, auch wenn einige harmlose Wolkenfelder durchziehen können. Die Nebelwahrscheinlichkeit ist äußerst gering, der Wind lässt deutlich nach und weht nur noch schwach. Die Tageshöchstwerte erreichen minus 2 bis plus 2 Grad.
Ändert sich das Wetter kaum, Sonne und Wolken wechseln sich ab, wobei die Wolken am Nachmittag immer dichter werden. Es gibt kaum Wind, die Höchstwerte erreichen minus 2 bis plus 3 Grad.
Ausblick aufs Wochenende
Für das erste Jänner-Wochenende deutet sich in den Wettermodellen eine potenziell markante Wetterlage an: Die polare Kaltluft könnte südwestlich von Portugal auf den warmen Atlantik treffen und ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet auslösen, das feuchte mediterrane Luftmassen nach Mitteleuropa führt. Die Unsicherheit ist derzeit noch sehr hoch - wir beobachten die Entwicklung genau.
Steiermark
Im Vergleich zum Montag kälter. Letzte Nebelfelder im Grazer Becken lösen sich bereits in den Morgenstunden auf. Am Vormittag scheint überall zeitweise die Sonne, am Nachmittag ziehen in der Obersteiermark immer mehr Wolkenfelder, samt Schneeschauern auf.
Der Wind wird auf den Bergen stürmisch und auch im Grazer Bergland und allgemein nördlich von Graz sind am Nachmittag stürmische Böen dabei. Die Temperaturen erreichen nur noch 0 bis 4 Grad. In 2000 Meter Seehöhe gibt es einen Temperatursturz, hier kühlt es bis zum späten Nachmittag um rund 10 Grad auf Werte um die minus 14 Grad ab!
Das Wetter wird zweigeteilt. Im Norden gibt es ganztags dichte Wolken, Sturm und am Nachmittag auch etwas Schneefall. Deutlich freundlicher sieht der Silvestertag im Süden aus. Es gibt keinen Nebel mehr und die meiste Zeit scheint die Sonne. Die Höchsttemperaturen erreichen minus 3 bis plus 4 Grad, in 2000 Meter Seehöhe um minus 13 Grad.
In der Silvesternacht gibt es im Norden stellenweise noch Sturmböen, nach Mitternacht lässt der Wind allmählich nach. Die Schneeschauer im Norden klingen ab, am längsten, nämlich bis kurz nach Mitternacht können in der nördlichen Obersteiermark ein paar Schneeflocken fallen. In der Nacht ist in tiefen Lagen mit mäßigem, auf den Bergen und in der westlichen Obersteiermark mit strengem Frost zu rechnen.
Das Jahr beginnt im Norden noch mit dichteren Wolken, diese lösen sich rasch auf und spätestens ab dem mittleren Vormittag scheint in der gesamten Steiermark zeitweise die Sonne. Im Süden wird es sogar überwiegend sonnig. Der Wind lässt immer mehr nach, ist tagsüber kein Thema mehr. Die Höchstwerte erreichen minus 2 bis 4 Grad.
Das Wetter ändert sich im Vergleich zum Vortag kaum, immer wieder zeigt sich die Sonne, auch wenn zeitweise einige Wolken durchziehen. Am Nachmittag werden die Wolken dichter und in der Obersteiermark könnten zum Abend hin auch ein paar Schneeflocken fallen. Die Höchstwerte erreichen minus 2 bis plus 3 Grad.
Österreich
In vielen Landesteilen steht ein stürmischer Dienstag bevor. Am stärksten ist der Wind rund um, sowie östlich von Salzburg. Von Innsbruck ostwärts ziehen auch Wolken samt einigen Schneeschauern durch. In den Nordstaulagen des Salzkammerguts kann dabei der ein oder andere Zentimeter Neuschnee zusammen kommen.
Westlich von Innsbruck, sowie zwischen Lienz und Güssing bleibt es meist trocken und es gibt deutlich weniger Wind, der Nebel löst sich auch in den Becken im Südosten rasch auf. Die Höchsttemperaturen am Nachmittag erreichen minus 4 bis plus 4, in 2000 Meter Seehöhe um minus 13 Grad.
In vielen Teilen Österreichs steht ein stürmischer Jahresausklang bevor. Besonders im Norden und Osten sind in besonders exponierten Lagen Sturmböen von um oder sogar etwas über 100 km/h möglich. Von Bregenz bis Innsbruck, sowie von Lienz bis Güssing wird es wieder relativ freundlich, sonst überwiegen die Wolken und nachmittags beginnt es stellenweise etwas zu schneien.
In der Silvesternacht von Salzburg bis in den Wiener Raum stürmisch und vor allem in der ersten Nachthälfte hier und da noch leichter Schneefall. Im Süden, aber auch im äußersten Westen verläuft die Nacht oft sogar klar, meist ist hier der Wind in den Tälern nur schwach. Es wird fast überall frostig, strenger Frost mit zweistelligen Minusgraden ist in den klaren und windstillen Tälern im Westen und Süden zu erwarten.
Es scheint in ganz Österreich zeitweise die Sonne, auch wenn einige Wolkenfelder durchziehen. Der Wind lässt nach und bleibt nur noch im Wienerwald und im Wiener Becken spürbar. Die Höchstwerte erreichen am Nachmittag minus 2 bis plus 5 Grad.
Abwechselnd sonnig und bewölkt, zum Abend hin ist stellenweise etwas Schneefall oder Regen möglich. An der Alpennordseite kommt im Tagesverlauf stellenweise starker Westwind auf. Die Tageshöchstwerte erreichen minus 2 bis plus 3, im windigen Nordwesten bis zu plus 6 Grad.
Für weitere Updates zur Wetterlage am Wochenende besuchen Sie tauernwetter.at