Sommerbilanz 2026: Wärmster Sommer seit Messbeginn und extreme Trockenheit im Osten
Der Sommer 2026 ist vorüber und geht flächendeckend – in ganz Österreich sowie in jedem einzelnen Bundesland – als der wärmste der Messgeschichte in die Wetteraufzeichnungen ein. Alle 92 Sommertage sind mittlerweile ausgewertet: Mit einer Abweichung von plus 2,62 Grad im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 wurde der bisherige Rekordsommer 2024 noch einmal deutlich übertroffen. Hinzu kommt, dass in diesem Sommer fast ein Drittel des üblichen Regens fehlte, während sich die Sonne ungewöhnlich oft zeigte.
Temperaturabweichungen im Detail
Schon die Hochrechnungen Ende August ließen es erahnen, doch der extrem heiße letzte Augusttag hat den Schnitt noch einmal nach oben gedrückt. Der bisher wärmste Sommer 2024 lag bei plus 2,24 Grad, der Sommer 2026 übertrifft ihn um 0,38 Grad. In der langen Reihe seit 1850 folgen hinter 2026 die Sommer 2024, 2003 und 2019 – die zehn wärmsten Sommer der Messgeschichte liegen alle im 21. Jahrhundert.
Gegenüber dem älteren Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 fällt die Abweichung fast doppelt so hoch aus: Österreichweit war der Sommer 2026 um 4,42 Grad wärmer, in Vorarlberg um 4,73 und in Wien um 4,71 Grad. Der Unterschied zwischen den beiden Werten zeigt, wie stark sich das Klimamittel selbst in den 30 Jahren dazwischen verschoben hat.
Betrachtet man die Monate einzeln, sticht der August mit einer Abweichung von plus 3,22 Grad als wärmster Sommermonat heraus. Der Juni folgt mit plus 2,78 Grad, der Juli mit plus 1,86 Grad. Da aber auch Juni und Juli deutlich über dem vieljährigen Durchschnitt lagen, gab es schlichtweg keinen einzigen kühlen Sommermonat. Der letzte Augusttag allein war österreichweit 4,7 Grad zu warm.
Historische Werte in allen Bundesländern
Ausnahmslos jedes Bundesland erlebte 2026 den wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders extrem fiel die Abweichung in Vorarlberg mit plus 3,13 Grad aus – das ist mehr als ein Drittelgrad über dem bisherigen Vorarlberger Rekord aus dem Jahr 2003. Danach folgen Wien mit plus 2,74 und das Burgenland mit plus 2,66 Grad. Selbst in der Steiermark, wo die Abweichung mit plus 2,53 Grad österreichweit am geringsten ausfiel, wurde der bisherige Rekord klar gebrochen.
Wie deutlich der bisherige Höchstwert übertroffen wurde, hängt davon ab, aus welchem Jahr er stammt: In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg war der bisher wärmste Sommer jener des Jahres 2003, in den übrigen Bundesländern jener von 2024. Am größten ist der Abstand in Wien mit 0,36 Grad, am kleinsten in Tirol mit 0,12 Grad. Österreichweit beträgt der Abstand 0,38 Grad und damit mehr als in jedem einzelnen Bundesland, weil sich die bisherigen Höchstwerte auf zwei verschiedene Jahre verteilen.
Osttirol ist zwar kein eigenes Bundesland, sondern der Bezirk Lienz, wird hier aber getrennt ausgewiesen: Es liegt südlich des Alpenhauptkamms und unterscheidet sich klimatisch vom übrigen Tirol. Mit plus 2,67 Grad liegt Osttirol über dem österreichischen Mittel, und der Abstand zum bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2024 ist mit 0,37 Grad größer als in jedem Bundesland.
| Gebiet | 2026 zu 1991–2020 | bisheriger Höchstwert | Abstand | 2026 zu 1961–1990 | Niederschlag |
|---|---|---|---|---|---|
| Österreich | 2,62 | 2024: 2,24 | 0,38 | 4,42 | −29,6 % |
| Vorarlberg | 3,13 | 2003: 2,79 | 0,34 | 4,73 | −39,8 % |
| Wien | 2,74 | 2024: 2,38 | 0,36 | 4,71 | −45,4 % |
| Burgenland | 2,66 | 2024: 2,44 | 0,22 | 4,48 | −50,2 % |
| Niederösterreich | 2,64 | 2024: 2,36 | 0,28 | 4,52 | −50,3 % |
| Kärnten | 2,63 | 2024: 2,29 | 0,34 | 4,44 | −16,0 % |
| Oberösterreich | 2,62 | 2003: 2,28 | 0,34 | 4,48 | −41,6 % |
| Tirol | 2,59 | 2003: 2,47 | 0,12 | 4,28 | −20,6 % |
| Osttirol (Bezirk Lienz) | 2,67 | 2024: 2,30 | 0,37 | 4,48 | −5,8 % |
| Salzburg | 2,56 | 2003: 2,41 | 0,15 | 4,37 | −26,7 % |
| Steiermark | 2,53 | 2024: 2,40 | 0,13 | 4,33 | −28,2 % |
Temperaturen in Grad, alle 92 Sommertage gemessen; Niederschlag als Abweichung der Summe vom Mittel 1991–2020. Osttirol = Bezirk Lienz, in den Werten für Tirol enthalten.
Starkes Niederschlagsgefälle zwischen Ost und Süd
Österreichweit fielen im gesamten Sommer nur 284 Millimeter Niederschlag. Normal wären etwa 404 Millimeter – es fehlten also knapp 30 Prozent. Gegenüber dem Mittel 1961 bis 1990 beträgt das Defizit 26,6 Prozent.
Diese Trockenheit traf das Land jedoch sehr ungleichmäßig. Besonders ausgeprägt war sie im Burgenland und in Niederösterreich, wo rund die Hälfte des üblichen Regens ausblieb (−50,2 und −50,3 Prozent), in Wien fehlten 45,4 Prozent, in Oberösterreich 41,6 und in Vorarlberg 39,8 Prozent. Deutlich geringer fiel das Defizit im Süden aus: In Kärnten fehlten 16 Prozent des Niederschlags, in Osttirol war die Bilanz mit einem Minus von 5,8 Prozent fast ausgeglichen. Dass die Mengen im Süden näher am Klimamittel lagen, bedeutet allerdings nicht, dass die Wasserbilanz dort ausgeglichen war: Bei dieser Hitze und der trockenen Luft war die Verdunstung hoch, entsprechend angespannt blieb die Lage in Böden und Gewässern auch dort.
An den Stationen fällt die Spanne noch größer aus. Die geringsten Niederschlagsmengen in diesem Sommer unterhalb von 1300 Metern meldeten Mistelbach im Weinviertel mit 76 und Andau im Burgenland mit 77 Litern pro Quadratmeter. Am nassesten war es in dieser Höhenlage in Vorarlberg: Schröcken kam auf 462, Mittelberg auf 459 Liter pro Quadratmeter. In den Hochlagen führt der Dachstein-Schladminger Gletscher mit 632 Litern vor der Rudolfshütte mit 629 Litern pro Quadratmeter.
Sonnenscheindauer
Die Sonne schien um 12,9 Prozent länger als im Mittel 1991 bis 2020, gegenüber 1961 bis 1990 sind es 21,3 Prozent mehr. Im Flächenmittel waren es 697 Sonnenstunden statt der üblichen 617. Am stärksten fiel das Plus in Vorarlberg mit 20,4 Prozent aus, am geringsten in Kärnten mit 9,4 Prozent.
Die meisten Sonnenstunden meldete Andau im Burgenland mit 931, gefolgt von Neusiedl am See mit 910 und Bad Radkersburg mit 896 Stunden. Am unteren Ende der Skala liegen die Hochlagen und die inneralpinen Täler: An der Rudolfshütte waren es 451, in Kolm-Saigurn 440 und in Mallnitz 515 Sonnenstunden.
Höchstwerte, Hitzetage und Tropennächte
Die höchste Temperatur des Sommers wurde am 5. August in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich mit 41,2 Grad gemessen – der höchste Wert, der in Österreich je registriert wurde. Dahinter folgen Wien-Stammersdorf mit 41,0 Grad sowie Langenlebarn und St. Pölten mit je 40,7 Grad.
Die meisten Hitzetage – Tage mit mindestens 30 Grad – meldeten St. Andrä im Lavanttal, Ferlach und Bad Deutsch-Altenburg mit je 56 Hitzetagen, gefolgt von Bad Radkersburg mit 55 sowie Güssing und Mistelbach mit je 53 Hitzetagen.
An diesen Stationen ist das jeweils der höchste Wert an Hitzetagen, der dort je in einem Sommer gemessen wurde: In St. Andrä im Lavanttal waren es bisher höchstens 42 Hitzetage (2025), in Ferlach 46 (2024), in Bad Deutsch-Altenburg 50 (2024) und in Bad Radkersburg 50 (2003). Am Klagenfurter Flughafen, dessen Reihe bis 1961 zurückreicht, wurden heuer 46 Hitzetage registriert; der bisherige Höchstwert lag dort bei 37 Hitzetagen im Jahr 2003.
Über das ganze Jahr gerechnet steht Ferlach bei 62 Hitzetagen und damit an der Spitze aller österreichischen Stationen – dort wurde die 30-Grad-Marke bereits Ende Mai zum ersten Mal erreicht.
Die meisten Tropennächte mit einem Minimum von 20 Grad oder mehr zählte die Wiener Innenstadt mit 44, gefolgt von Podersdorf am Neusiedler See mit 30 und Graz-Lendplatz mit 28 Tropennächten. Die Wiener Innenstadt weist mit 25,1 Grad zugleich die höchste Sommermitteltemperatur aller Stationen auf.
Ganz ohne kühle Abschnitte verlief der Sommer aber nicht. Mitte Juni sorgten klare Nächte und schwacher Wind in den Kältelöchern des Wald- und Mühlviertels sogar für Frost: Schwarzau im Freiwald kam am 16. Juni auf minus 1,5 Grad, Liebenau-Gugu auf minus 1,1 Grad.
Die Landeshauptstädte
In den Landeshauptstädten reicht die Zahl der Hitzetage von 37 in Salzburg bis 52 in Wien und Graz. Dahinter folgen Klagenfurt mit 46, Eisenstadt mit 45, St. Pölten mit 44, Innsbruck und Bregenz mit je 43 und Linz mit 41 Hitzetagen. Maßgeblich ist dabei jeweils die Station mit dem höchsten Wert im Stadtgebiet, in Wien also Stammersdorf und in Graz der Lendplatz. Die höchste Temperatur einer Landeshauptstadt wurde in Wien-Stammersdorf mit 41,0 Grad gemessen, gefolgt von St. Pölten mit 40,7 Grad, die meisten Sonnenstunden verzeichnete Eisenstadt mit 871.
Kärnten und Osttirol im Sommer 2026
In Kärnten und Osttirol lag der Sommer um 2,63 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020 und um 4,45 Grad über jenem von 1961 bis 1990. Der Niederschlag blieb mit 371 Litern pro Quadratmeter um 14 Prozent unter dem Mittel, die Sonne schien um 9,4 Prozent länger als üblich – 645 statt 589 Stunden.
Die höchste Temperatur der Region meldete St. Andrä im Lavanttal mit 38,9 Grad, gefolgt von Ferlach mit 38,1, dem Klagenfurter Flughafen mit 37,3 und Villach mit 37,2 Grad. Bei den Hitzetagen liegen St. Andrä und Ferlach mit je 56 vorn, dahinter Villach mit 49 und Dellach im Drautal mit 48 Hitzetagen. Die meisten Sonnenstunden gab es in Feistritz ob Bleiburg mit 831, gefolgt vom Klagenfurter Flughafen mit 818 Stunden.
Die höchsten Niederschlagssummen des Sommers meldeten die Villacher Alpe mit 467, St. Jakob im Defereggental mit 458, die Flattnitz mit 422 und Weißensee-Gatschach mit 421 Litern pro Quadratmeter. Am wenigsten Niederschlag fiel in St. Andrä im Lavanttal mit 181 Litern – jener Station, die zugleich die höchste Temperatur und die meisten Hitzetage der Region meldete. Dahinter folgen Völkermarkt und die Kölnbreinsperre mit je 255 Litern pro Quadratmeter.
Der August in Kärnten und Osttirol
Der August war auch im Süden der wärmste der drei Sommermonate: Er lag in Kärnten und Osttirol um 3,20 Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020 und um 5,06 Grad über jenem von 1961 bis 1990. In Kärnten betrug die Abweichung 3,21 Grad, in Osttirol 3,15 Grad.
Beim Niederschlag zeigt sich innerhalb der Region ein deutlicher Unterschied: In Kärnten fehlten 29,9 Prozent auf das Mittel 1991 bis 2020, in Osttirol fielen dagegen 3,2 Prozent mehr als üblich. Für Kärnten und Osttirol zusammen ergibt das ein Defizit von 22 Prozent und eine Monatssumme von 116 Litern pro Quadratmeter.
Die Sonne schien im August um 7,9 Prozent länger als im Mittel 1991 bis 2020, das entspricht 211 Stunden. Auch hier ist der Unterschied innerhalb der Region deutlich: In Kärnten betrug das Plus 8,8 Prozent, in Osttirol 2,5 Prozent.
Die höchsten Temperaturen des Monats – und zugleich des ganzen Sommers – wurden in St. Andrä im Lavanttal mit 38,9 Grad und in Ferlach mit 38,1 Grad gemessen, dahinter folgen der Klagenfurter Flughafen mit 37,3 und Villach mit 37,2 Grad. Die kühlste Nacht meldete die Villacher Alpe mit 4,8 Grad, gefolgt von St. Jakob im Defereggental mit 5,0 Grad, der Flattnitz mit 5,5 und der Kölnbreinsperre mit 6,3 Grad.
Die meisten Hitzetage im August zählte Ferlach mit 23, gefolgt von St. Andrä im Lavanttal mit 22 sowie St. Veit an der Glan und Villach mit je 21 Hitzetagen. Lienz kam auf 15 Hitzetage bei einem Monatshöchstwert von 34,9 Grad. An Sonnenstunden führt Feistritz ob Bleiburg mit 284, dahinter die Kanzelhöhe mit 273 und der Klagenfurter Flughafen mit 267 Stunden.
Die höchsten Monatssummen beim Niederschlag meldeten Mallnitz und St. Jakob in Defereggen mit jeweils 189 Litern pro Quadratmeter, gefolgt von Kornat mit 167 und Virgen mit 162 Litern. Am wenigsten Regen fiel in St. Andrä im Lavanttal mit 38 Litern pro Quadratmeter, in Klagenfurt-Lastenstraße mit 54, in Völkermarkt mit 58 und in Ferlach mit 68 Litern.
Damit endet ein Sommer, der in Österreich und in allen neun Bundesländern der wärmste der Messgeschichte war und in weiten Teilen des Landes deutlich zu trocken ausfiel. Mit dem 1. September hat der meteorologische Herbst begonnen.