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Pfingsten bringt den Sommer-Turbo: Großer Temperatur-Sprung in Kärnten und Osttirol

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten
Sonnige Alpenwiese mit blauem Himmel und Quellwolken – Pfingsten 2026 bringt sommerliches Wetter nach Kärnten und Osttirol.
Zu Pfingsten 2026 übernimmt der Sommer in Kärnten und Osttirol das Kommando. Die Höchstwerte erreichen am Pfingstsonntag und Pfingstmontag bis zu 30 Grad. Foto: Pixabay.

Nach einer kühlen und nassen Eisheiligen-Woche stellt sich das Wetter in Kärnten und Osttirol grundlegend um. Bereits ab Donnerstag setzt sich verbreitet die Sonne durch, am Pfingstwochenende klettern die Temperaturen Schritt für Schritt nach oben. Am Pfingstsonntag oder Pfingstmontag rückt sogar die 30-Grad-Marke in greifbare Nähe. Damit hält der Sommer endgültig Einzug in Kärnten und Osttirol.

Heute Dienstag und Mittwoch: Letzte Wolken und einzelne Gewitter

Heute Dienstag zeigt sich nach einem teils bewölkten Start im Tagesverlauf in ganz Kärnten und Osttirol immer wieder die Sonne, ab dem späten Vormittag entstehen wieder einige Quellwolken. Am Nachmittag bilden sich vor allem über dem Bergland einzelne Regenschauer, stellenweise kann es auch blitzen und donnern – am ehesten in Osttirol, in den Nockbergen sowie im Bereich der Gurktaler Alpen. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost. Die Frühwerte liegen zwischen 3 und 9 Grad, die Höchstwerte erreichen 12 Grad in den Tauern und Nockbergen und bis zu 22 Grad im Lavanttal. In 2000 Meter Höhe hat es um 4 Grad.

Am Mittwoch ziehen tagsüber dichtere Wolken durch, zwischendurch lässt sich aber auch die Sonne blicken. Am späten Nachmittag und am Abend bilden sich verbreitet Regenschauer und einzelne Gewitter, die meisten Schauer bilden sich dieses Mal entlang der Karawanken, aber auch im Klagenfurter Becken und in Mittelkärnten. In Osttirol bleibt es stellenweise trocken. Es weht mäßiger Nordwind, auf den Bergen mit starken Böen. Die Frühwerte liegen zwischen 3 und 10 Grad, die Höchstwerte erreichen 14 Grad in den Tauern und bis zu 22 Grad im Lavanttal. In 2000 Meter Höhe hat es um 5 Grad.

Ab Donnerstag wird es sommerlich warm

Am Donnerstag wird es deutlich freundlicher und sommerlich warm. Nach Auflösung letzter Restwolken in den Tauern scheint in ganz Kärnten und Osttirol verbreitet die Sonne, es bleibt trocken. Der Nordwind weht in den nördlichen Landesteilen lebhaft bis kräftig, auf den Bergen stürmisch – im Mölltal ist er föhnig. Die Frühwerte liegen zwischen 2 und 10 Grad, die Höchstwerte steigen auf 17 Grad in den Tauern und bis zu 26 Grad im Klagenfurter Becken und im Lavanttal. In 2000 Meter Höhe hat es um 7 Grad.

Der Freitag verläuft nach aktuellem Stand von früh bis spät sonnig, erst am späten Nachmittag ziehen ein paar harmlose Wolken auf. Es bleibt trocken. Der Wind weht im Norden noch mäßig bis lebhaft, sonst schwach. Die Höchstwerte erreichen 18 und 25 Grad. In 2000 Meter Höhe hat es um 12 Grad. Auch der Samstag bringt viel Sonne und es wird noch wärmer. Der Wind spielt kaum eine Rolle, die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 27 Grad. In 2000 Meter Höhe sind es rund 14 Grad.

Pfingstsonntag und Pfingstmontag: bis zu 30 Grad

Der Pfingstsonntag und der Pfingstmontag verlaufen nach derzeitigem Stand weiter sonnig und werden noch eine Spur wärmer. Die Höchstwerte erreichen aus heutiger Sicht 21 bis 29 oder sogar 30 Grad. Am wärmsten dürfte es im Lavanttal, im Jauntal und im Klagenfurter Becken werden. In 2000 Meter Höhe steigen die Temperaturen bis Pfingstmontag auf rund 16 Grad.

Verschnaufpause für die ausgetrockneten Böden

Der Regen der vergangenen Woche hat den meisten Regionen eine deutliche Verschnaufpause gebracht. Stellenweise wurde das Niederschlagsdefizit fast halbiert. Am meisten geregnet hat es im südlichen Klagenfurter Becken und entlang der Karawanken, im Rosental und im Jauntal. Hier sind verbreitet über 80 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Deutlich geringer sind die Niederschlagsmengen in Teilen Osttirols und im Mölltal ausgefallen, wo stellenweise nicht mehr als 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter zusammengekommen sind.

INCA-Karte des akkumulierten Niederschlags in Kärnten und Osttirol vom 13. bis 19. Mai 2026.
Akkumulierter Niederschlag in Kärnten und Osttirol vom 13. bis 19. Mai 2026 nach der INCA-Analyse. Am meisten Regen fiel im südlichen Klagenfurter Becken, entlang der Karawanken, im Rosental und im Jauntal. In Teilen Osttirols und im Mölltal blieb es vergleichsweise trocken. Datengrundlage: GeoSphere Austria. Grafik: tauernwetter.at.

Die Trockenheit bleibt weiterhin Thema

Auch nach der nassen Woche bleibt das große Bild seit Jahresbeginn ein angespanntes. In Klagenfurt sind vom 1. Jänner bis zum 17. Mai 2026 erst 182 Millimeter Niederschlag zusammengekommen. Im langjährigen Mittel der Periode 1961 bis 1990 wären es zur selben Zeit 241 Millimeter, das Defizit beträgt 25 Prozent. In Osttirol fällt die Bilanz deutlich bescheidener aus. In St. Jakob im Defereggental wurden bis zum 17. Mai nur 140 Millimeter gemessen, statt der üblichen 242 Millimeter – ein Minus von 42 Prozent. Ähnlich tief liegen die Werte im oberen Mölltal.

Kumulative Niederschlagssumme in Klagenfurt vom 1. Jänner bis 17. Mai 2026 im Vergleich zum Klimamittel.
Kumulative Niederschlagssumme in Klagenfurt vom 1. Jänner bis 17. Mai 2026. Mit 182 Millimetern liegt die Stadt rund 25 Prozent unter dem langjährigen Mittel der Periode 1961 bis 1990 von 241 Millimetern. Daten: GeoSphere Austria. Grafik: tauernwetter.at.
Kumulative Niederschlagssumme in St. Jakob im Defereggental vom 1. Jänner bis 17. Mai 2026.
In St. Jakob im Defereggental ist das Defizit deutlich größer: Statt der üblichen 242 Millimeter wurden bis zum 17. Mai erst 140 Millimeter gemessen – ein Minus von 42 Prozent. Daten: GeoSphere Austria. Grafik: tauernwetter.at.

Das macht klar, dass der wenige Regen der vergangenen Woche zwar willkommen war, das aufgelaufene Defizit aber bei Weitem nicht ausgleichen kann. Um die Trockenheit in der Region zu beenden, wäre über mehrere Wochen hinweg deutlich überdurchschnittlicher Niederschlag nötig.

Waldbrandgefahr nimmt nächste Woche wieder zu

Mit dem Sonnenschein, den höheren Temperaturen und dem teils lebhaft auffrischenden Wind ab Donnerstag wird der gefallene Niederschlag in einigen Regionen rasch wieder verdunsten. Besonders dort, wo letzte Woche ohnehin nur wenig Regen angekommen ist – also in Teilen Osttirols und im Mölltal –, sind die oberen Bodenschichten bereits in wenigen Tagen wieder ausgetrocknet. Spätestens in der kommenden Woche dürfte hier die Waldbrandgefahr daher wieder deutlich ansteigen.

Der direkte Vergleich der ALPIXION-Waldbrandgefahrenkarten zeigt das deutlich: Während heute, am Dienstag, die Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol verbreitet niedrig ausfällt, steigt sie bis zum Pfingswochenende in Teilen Osttirols und Oberkärntens von niedrig auf hoch.

ALPIXION-Karte der Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol am Dienstag, 19. Mai 2026: verbreitet niedrige Waldbrandgefahr.
Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol am Dienstag, 19. Mai 2026, nach dem ALPIXION-Modell. Nach den Niederschlägen der vergangenen Woche ist die Waldbrandgefahr verbreitet niedrig. Grafik: tauernwetter.at.
ALPIXION-Karte der Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol am Pfingstwochenende, 23. bis 26. Mai 2026: im Westen Osttirols und im oberen Mölltal hohe Waldbrandgefahr.
Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, nach dem ALPIXION-Modell. In Teilen Osttirols und Oberkärntens steigt die Waldbrandgefahr bis dahin von niedrig auf hoch. Grafik: tauernwetter.at.

Quellen

Quellen: Messdaten und INCA-Analyse: GeoSphere Austria. Klimadaten für Klagenfurt und St. Jakob im Defereggental: GeoSphere Austria, Klimaperiode 1961 bis 1990. Modelldaten für die Mittelfristprognose: ALPIXION, das hochauflösende Wettermodell für Kärnten und Osttirol. Grafiken: tauernwetter.at. Titelfoto: Pixabay.

Urheberrecht des Inhaltes und der Grafiken: tauernwetter.at

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