Eisheilige 2026: Schnee bis unter 1.000 Meter, verbreitet frostig – und jetzt kommt der Regen
Am Dienstag, dem 12. Mai, schneite es in Kärnten und Osttirol stellenweise bis unter 1.000 Meter herab. In höher gelegenen Orten wie in Diex oder Zell-Pfarre blieb der Neuschnee sogar kurz auf den grünen Wiesen und in den Gärten liegen, am Loiblpass herrschte zeitweise Schneefahrbahn. In der Nacht auf Mittwoch kam dann verbreiteter Frost dazu: Von 36 ausgewerteten Messstationen unter 1.500 Meter Seehöhe lagen nur drei knapp über null — Villach Stadt mit +0,7 °C, Pörtschach und die Klagenfurter HTL1-Lastenstraße mit je +1,1 °C. Alle anderen meldeten Frost. So kalt ist es Mitte Mai im Schnitt nur etwa alle zehn Jahre.
In der Nacht fast überall frostig
Die tiefsten Temperaturen meldete St. Jakob im Defereggental mit −5,0 °C auf 1.383 Meter, dicht gefolgt von der Flattnitz mit −4,5 °C auf 1.437 Meter. Besonders auffällig: Weitensfeld im Gurktal kam auf −3,6 °C bei nur 704 Metern Seehöhe – für einen Talort Mitte Mai ein außergewöhnlicher Wert. In Mallnitz wurden −3,0 °C gemessen, in Bad Bleiberg −2,4 °C bei 909 Metern, in Kötschach-Mauthen und in Friesach jeweils −2,2 °C bei 705 bzw. 640 Metern. Auch tief gelegene Stationen wie Hermagor (562 m, −1,4 °C), Lienz (661 m, −1,4 °C), Völkermarkt (466 m, −1,3 °C) und Ferlach (459 m, −1,2 °C) lagen klar unter null. Der Klagenfurter Flughafen registrierte noch −0,3 °C. Erst die großen Innenstädte schafften es mit dem Wärmeinseleffekt knapp über den Gefrierpunkt.
Bemerkenswert: Auch die drei Stationen, die in 2 Meter Höhe knapp über null blieben, meldeten am 5-Zentimeter-Niveau klaren Bodenfrost. In Villach Stadt sank die Temperatur am Boden auf −3,8 °C, an der Klagenfurter HTL1-Lastenstraße auf −4,5 °C, in Pörtschach sogar auf −5,2 °C – und das trotz der Seenähe. Damit hatte jeder Garten in Kärnten und Osttirol in dieser Nacht Bodenfrost.
Bis zu 30 Liter in 24 Stunden entlang der Karawanken
Der Schwerpunkt des Niederschlags der vergangenen 24 Stunden lag im Süden Kärntens entlang der Karawanken: Feistritz ob Bleiburg meldete 29,8, Ferlach 28,5, Bad Eisenkappel 28,3 und der Loibl 22,2 Liter pro Quadratmeter. Über die gesamten letzten sieben Tage kamen entlang der Karawanken stellenweise über 50 Liter pro Quadratmeter zusammen. In Oberkärnten fiel die Bilanz deutlich bescheidener aus – viele Stationen blieben unter 10 Litern pro Quadratmeter. Dort war das Niederschlagsdefizit zuletzt besonders ausgeprägt.
Trockenheit und Waldbrandgefahr vorerst gebannt
Die monatelange Dürre, die Kärnten und Osttirol seit Jahresbeginn stark belastet hat, wird nun endlich gemildert. Im Laufe der Woche sind noch einmal 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, vereinzelt sogar etwas mehr. Damit sind die akute Trockenheit in der Landwirtschaft und die erhöhte Waldbrandgefahr vorerst gebannt – wir können zumindest einmal durchatmen.
Mittelfristig bleibt die Bilanz allerdings ernüchternd: Um das seit Jahresbeginn aufgelaufene Niederschlagsdefizit vollständig auszugleichen, bräuchte es drei Monate in Folge mit überdurchschnittlichen Regenmengen. Ob das gelingt, ist sehr ungewiss.
Prognose Mittwoch bis Sonntag
Die nasse Phase ist noch nicht vorbei. Bis Sonntagabend zeigt das ALPIXION-Modell für Kärnten und Osttirol weitere beachtliche Niederschlagsmengen: in Lienz rund 50, in Mallnitz rund 60, in Zell-Pfarre rund 90, im Klagenfurter Becken rund 60 und in Ferlach rund 65 Liter pro Quadratmeter. Vor allem entlang der Karnischen Alpen kommen mit rund 80 Litern pro Quadratmeter relativ große Mengen zusammen.
Heute, Mittwoch
Sonnig und mild, ab dem Nachmittag Wolken. In Kärnten und Osttirol scheint nach Auflösung örtlicher Wolkenfelder verbreitet die Sonne, vor allem über Mittag und am Nachmittag verläuft der Tag oft ungetrübt. Am späten Nachmittag ziehen in Osttirol erste dichtere Wolken auf, am Abend setzt dort und entlang des Tauernhauptkammes Regen ein, der sich in der Nacht auch auf weite Teile Oberkärntens ausbreitet. Es weht schwacher bis mäßiger Wind aus Süd, auf den Bergen mit lebhaften Böen. Die Frühwerte liegen zwischen minus 5 Grad in Glödnitz und in Defereggen und 1 Grad am Wörthersee, tagsüber steigen die Temperaturen auf 11 bis 18 Grad. In 2000m Höhe hat es um 2 Grad.
Morgen, Donnerstag
Am Donnerstag dominieren von der Früh weg die Wolken und es beginnt zu regnen — zunächst in Osttirol und Oberkärnten, im Laufe des Vormittags greift der Niederschlag dann auf ganz Kärnten über. Am Nachmittag und Abend wird der Regen verbreitet kräftiger, am meisten Niederschlag fällt in Osttirol, im oberen Drautal und entlang der Karnischen Alpen, wo lokal über 30 Liter pro m² zusammenkommen können. Die Schneefallgrenze liegt zunächst noch bei 1700 bis 2000 Metern, sinkt im Tagesverlauf aber auf 1300 bis 1600 Meter ab. Dazu frischt stellenweisekräftiger Südwestwind auf. Die Frühwerte liegen zwischen 1 und 7 Grad, die Höchstwerte erreichen tagsüber nur noch 5 Grad in Mallnitz und bis zu 16 Grad im Lavanttal und im Klagenfurter Becken — die Abkühlung kommt erst gegen Abend richtig an. In 2000m Höhe sinkt die Temperatur auf minus 2 Grad.
Übermorgen, Freitag
Am Freitag bleibt es weiterhin unbeständig und kühl. In der ersten Nachthälfte regnet es noch verbreitet kräftig, dann lässt der Niederschlag von Westen her vorübergehend nach und am Vormittag bleibt es in den meisten Regionen trocken, die Wolken überwiegen aber. Am Nachmittag setzt neuerlich Regen ein, der bis in den Abend hinein anhält. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1200 und 1500 Metern, im Lesachtal, im oberen Gailtal und im oberen Mölltal kann sie bei kräftigem Niederschlag zeitweise auch noch etwas tiefer sinken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost, auf den Bergen lebhaft aus Südwest. Frühwerte zwischen 0 und 8 Grad, die Höchstwerte erreichen 7 bis 15 Grad — am wärmsten wird es im Lavanttal. In 2000m Höhe hat es um 1 Grad.
Samstag
Am Samstag bleibt es trüb und nass. In ganz Kärnten und Osttirol überwiegen die Wolken, in der Früh hält sich vielerorts Nebel, und tagsüber regnet es verbreitet. Die ergiebigsten Regenmengen sind voraussichtlich entlang der Karnischen Alpen und in Unterkärnten zu erwarten. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1400 und 1700 Metern. Auf den Bergen weht stürmischer Nordwind, in den Tälern bleibt es eher ruhig. Die Höchstwerte erreichen kühle 6 bis 13 Grad, am mildesten wird es im Lavanttal. In 2000m Höhe um 0 Grad.
Sonntag
Am Sonntag beruhigt sich das Wetter allmählich. In der Früh fällt im Osten und Süden des Landes noch etwas Regen, tagsüber bleibt es dann meist trocken und vor allem am Nachmittag zeigt sich zwischen den Wolken auch immer wieder die Sonne. Auf den Bergen weht stürmischer Nordwind, der nachmittags auch in tiefere Lagen durchgreift — im Lavanttal mit Böen um 50 km/h. Die Temperaturen steigen voraussichtlich auf 11 bis 18 Grad. In 2000m Höhe um 4 Grad.
Quellen: Messdaten GeoSphere Austria (Stationsnetz, INCA-Analyse), ALPIXION (eigenes hochauflösendes Wettermodell für Kärnten und Osttirol). Titelfoto: © Tauernwetter / David Kaufmann. Grafiken: tauernwetter.at.
Urheberrecht des Inhaltes und der Grafiken: tauernwetter.at
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