Villach, Klagenfurt, Sillian: kälteste Nacht des Winters

| Mag. David Kaufmann
Bisher kälteste Nacht des Winters in Kärnten und Osttirol
Die Nacht auf Donnerstag brachte die tiefsten Temperaturen des bisherigen Winters. Foto: Pixabay

An mehr als der Hälfte der Wetterstationen in Kärnten und Osttirol war die Nacht auf Donnerstag die bisher kälteste des Winters: Villach knackte erstmals die minus 10 Grad-Marke und war damit erstmals zweistellig unter dem Gefrierpunkt (-12,2°C), Feldkirchen erreichte minus 13,1 Grad, Sillian minus 16,2 Grad. Leichter Nordwestwind und dünne Schleierwolken verhinderten an einigen Stationen neue Rekorde nur knapp – in St. Jakob im Defereggental fehlten bei minus 19,8 Grad nur 0,2 Grad auf den bisherigen Winterrekord.

Ausblick: Derzeit ist nicht ausgeschlossen, dass in der Nacht auf Montag an einigen Stationen nochmals neue Wintertiefstwerte erreicht werden.

Die Tiefstwerte der Nacht auf Donnerstag

Die Tiefstwerte von 22 bis 5 Uhr – an vielen Orten die kältesten des bisherigen Winters:

Ort Tiefstwert heute Bisheriger Winter
St. Jakob in Defereggen-19,8 °C-20,0°C (5.1.)
Weitensfeld-16,7 °Cneu
Sillian-16,2 °Cneu
Lienz-16,2 °C-17,3°C (5.1.)
Bad Bleiberg-16,1 °Cneu
Dellach im Drautal-15,9 °Cneu
Hermagor-15,0 °Cneu
Friesach-14,5 °Cneu
Spittal an der Drau-14,0 °Cneu
Feldkirchen-13,1 °Cneu
Villach-12,2 °Cneu
Klagenfurt-10,2 °Cneu
Temperaturkarte Kärnten und Osttirol – Tiefstwerte 8. Jänner 2026
Die Tiefstwerte in der Nacht auf Donnerstag, 8. Jänner 2026. Zum Vergrößern anklicken. © Tauernwetter.at

Vergleich mit der Nacht auf Montag

Während es in den klassischen Kältelöchern Osttirols etwas milder blieb als am Montag, purzelten in Unterkärnten und Oberkärnten die Rekorde:

  • Klagenfurt: Mit minus 10,2 Grad zweistellig unter dem Gefrierpunkt, bisher minus 9,8 Grad am 1.1.
  • Villach: Mit minus 12,2 Grad erstmals zweistellig unter dem Gefrierpunkt (Montag: -8,0°C)
  • Feldkirchen: Minus 13,1 Grad, bisher minus 10,1 Grad am Montag
  • Friesach: Minus 14,5 Grad, bisher minus 10,2 Grad am Montag
  • Spittal: Minus 14,0 Grad, bisher minus 13,7 Grad am Montag
  • Dellach: Minus 15,9 Grad, bisher minus 14,9 Grad am Montag
  • Hermagor: Minus 15,0 Grad, bisher minus 12,7 Grad am Montag
  • Weitensfeld: Minus 16,7 Grad, bisher minus 14,3 Grad am Montag
  • Sillian: Minus 16,2 Grad, bisher minus 15,2 Grad am Montag

In St. Jakob (-19,8°C vs. -20,0°C) und Lienz (-16,2°C vs. -17,3°C) wurde es hingegen nicht ganz so kalt wie zu Wochenbeginn – leichter Nordwestwind und dünne Schleierwolken verhinderten knapp neue Rekorde.

Kältehotspots in Österreich: Die tiefsten Temperaturen wurden heute Nacht im Norden gemessen: Im oberösterreichischen Mühlviertel kratzt Liebenau gerade an der minus 28 Grad-Marke und auch in Schwarzau im Waldviertel wurden minus 25,9 Grad gemessen (Werte vom 8. Jänner 2026 04:00 Uhr bis 5:30 Uhr).

Donnerstag: Sonnenschein und Nebel bei frostigen Temperaturen

Im Klagenfurter Becken muss zunächst mit gefrierendem Nebel gerechnet werden. Abseits davon zeigt sich die Sonne von ihrer besten Seite. Lediglich in den nördlichen Gebirgsregionen und insbesondere im Bereich der Tauern stauen sich dichtere Wolken und es fallen vereinzelt Schneeflocken. Die Höchstwerte liegen bei minus 7 bis etwa 0 Grad.

Freitag: Warmfront bringt Schneefall

Dichte Bewölkung bringt bereits am Vormittag zeitweise Schneefall mit sich, wobei es bei Schauern auch kräftiger schneien kann. In den tiefsten Tallagen kann der Niederschlag stellenweise auch als gefrierender Schneeregen fallen. Die Temperaturen bleiben weiterhin winterlich kalt mit maximal minus 4 bis etwa 0 Grad.

Am Freitag ziehen wiederholt Schneeschauer durch. Gemittelt fallen zwischen 1 und 15 Zentimeter Neuschnee, wobei die Schauer sehr lokal auftreten. Dadurch ist es stellenweise möglich, dass es fast trocken bleibt – andererseits kann ein bestimmter Ort von mehreren kräftigen Schauern getroffen werden, wodurch in den nördlicheren Landesteilen stellenweise auch Neuschneemengen von deutlich über 20 Zentimeter möglich sind. In Kals, im oberen und mittleren Mölltal, in den Nockbergen oder in Preitenegg zeigen die Modelle das höchste Potenzial.

Schneehöhen-Streudiagramm TAUWES X2 – Neuschneeprognose 8. bis 10. Jänner 2026
Schneehöhen-Streudiagramm für Kärnten und Osttirol – erwarteter Neuschnee 8. bis 10. Jänner 2026. Zum Vergrößern anklicken. © Tauernwetter.at

Wochenende: Sonne, eisiger Nordwind, im Norden etwas Schneefall

Samstag: Am Samstag sind anfangs noch vereinzelt Schneeflocken möglich, danach bleibt es trocken und in zahlreichen Regionen zeigen sich zumindest zeitweise größere Auflockerungen mit Sonnenschein. Es weht leichter Wind aus nördlicher Richtung und die Temperaturen erreichen meist minus 4 bis plus 2 Grad.

Sonntag: Am Sonntag herrscht Dauerfrost mit Höchstwerten von lediglich minus 5 bis 0 Grad. Zunächst dominieren viele Wolken, in den nördlichen Bereichen Osttirols und Oberkärntens fällt zeitweise etwas Schnee. Im Verlauf des Tages wird es zunehmend sonnig, allerdings kommt starker, eiskalter Wind aus nördlicher Richtung auf.

Bringt etwas Schneefall eine Linderung der Trockenheit?

Die Berge brauchen derzeit jeden Liter Niederschlag. Seit 1. Dezember fehlen mittlerweile 79 Prozent des üblichen Niederschlags. Der Schneefall am Freitag und Samstag wird die Trockenheit kaum lindern – eine Entwarnung ist noch nicht in Sicht. Mehr lesen

Zusammenfassung

  • Kälteste Nacht des Winters: Villach erstmals zweistellig unter dem Gefrierpunkt, Feldkirchen und Sillian mit neuen Tiefstwerten
  • Donnerstag: Anfangs gefrierender Nebel im Klagenfurter Becken, sonst abseits der Tauern recht sonnig, minus 7 bis 0 Grad
  • Freitag: Warmfront bringt Schneefall
  • Samstag: Letzte Schneeflocken, dann Auflockerungen, minus 4 bis plus 2 Grad
  • Sonntag: Im Norden zeitweise etwas Schnee, dann sonnig, starker eiskalter Nordwind, Dauerfrost
  • Trockenheit: Der Schneefall am Freitag wird kaum Linderung der anhaltenden Trockenheit bringen, zwar gibt es hier und da sogar kräftige Schneeschauer, stellenweise bleibt es durch lokale Föhneffekte auch trocken. Selbst wenn stellenweise mehr als 10 Liter Niederschlag fallen sollten, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Natur bräuchte dringend ein flächendeckendes Niederschlagsereignis mit mehr als 30 Liter pro m² Niederschlag. Ein solches Ereignis ist bis auf Weiteres nicht in Sicht - keine Entwarnung

Für weitere Updates zur Wetterlage besuchen Sie tauernwetter.at

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