Hitzewelle ab Mitte Juni dominierte das Wetter in Kärnten und Osttirol
Der Juni 2026 war in Kärnten und Osttirol vor allem durch eine massive Hitzewelle geprägt, die sich ab dem 18. des Monats durchsetzte. Nach einer kühlen und nassen ersten Monatshälfte bestimmte plötzlich ein stabiles Hochdruckgebiet das Wettergeschehen.
Die Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte
Die Temperaturen stiegen täglich an und gipfelten am 28. und 29. Juni in extremen Spitzenwerten. In Ferlach wurde mit 36,6 Grad die höchste Temperatur des gesamten Monats gemessen. Dicht darauf folgten St. Andrä im Lavanttal mit 36,5 Grad und Lienz mit 35,7 Grad.
Diese anhaltend hohen Temperaturen brachten den warmen Beckenlagen zahlreiche Hitzetage (Tage mit über 30 Grad) ein. In Orten wie Bad Eisenkappel, Pörtschach, Dellach im Drautal, Ferlach und Feldkirchen kletterte das Thermometer an 13 Tagen über die 30-Grad-Marke – diese Tage traten fast ausschließlich in den letzten beiden Juniwochen auf. Ferlach verzeichnete zudem mit 29,1 Grad die höchste durchschnittliche Tageshöchsttemperatur. An vielen Orten wurde am 1. Juli sogar der 14. Hitzetag in Folge verzeichnet.
Auch Osttirol bekam die Hitze voll zu spüren. In Lienz wurden 13 Hitzetage gezählt, das sind genauso viele wie im Klagenfurter Becken. Selbst in Virgen auf rund 1.200 Metern kletterte das Thermometer am 28. Juni auf 32,6 Grad – ein bemerkenswert hoher Wert für eine so hoch gelegene Tallage.
Neuer Hitzetage-Rekord in Lienz und Obervellach
Update, 14:35 Uhr: Und die Serie reißt nicht ab: Auch am 1. Juli überschritten Lienz und Obervellach erneut die 30-Grad-Marke – jeweils der 14. Hitzetag in ununterbrochener Folge seit dem 18. Juni. In Lienz ist das die längste zusammenhängende Hitzeserie seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 (detaillierte tägliche Höchstwerte liegen seit 1934 vor); der bisherige Rekord von 13 Tagen in Folge (28. Juli bis 9. August 2018) ist damit übertroffen. Noch deutlicher fällt der Rekord in Obervellach im Mölltal aus: Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dort im Jahr 1970 lag die längste Hitzeserie bei nur neun Tagen in Folge – jetzt sind es 14. Bemerkenswert ist zudem der frühe Zeitpunkt: Die bisherigen Bestmarken fielen alle im Hochsommer (Juli und August). In Obervellach war der alte Rekord dagegen schon am 27. Juni überboten – mit dem zehnten Hitzetag in Folge –, in Lienz fiel er am 1. Juli.
Tropennächte in Kärnten
Auch in den Nächten kühlte es in den größeren Städten kaum noch aus. In der Klagenfurter Innenstadt (Station Lastenstraße) gab es im Juni gleich fünf Tropennächte. In der Nacht auf den 29. Juni fiel die Temperatur dort nicht unter 21,7 Grad. Je eine Tropennacht kam in Pörtschach, in Villach, am Klagenfurter Flughafen und in St. Veit an der Glan zusammen. Noch vor 15 Jahren waren Tropennächte in Kärnten die absolute Ausnahme. Als Tropennacht bezeichnet man eine Nacht, in der die Temperatur zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr Früh nicht unter 20 Grad fällt.
Ein enormer Temperatursprung im Monatsverlauf
Wie extrem der Temperaturunterschied innerhalb des Monats war, zeigen die Durchschnittswerte: In den ersten 17 Tagen lag die Temperatur im Flächenmittel bei eher frischen 15,5 Grad. Vom 18. bis zum 30. Juni sprang dieser Wert dann auf durchschnittlich 22,5 Grad an. Diese heiße Phase reichte aus, um den gesamten Juni deutlich überdurchschnittlich warm ausfallen zu lassen. Im Vergleich zum langjährigen Klimamittel (1991 bis 2020) lag der Monat am Ende 2,5 Grad im Plus. Zieht man den älteren Referenzwert von 1961 bis 1990 heran, war der Juni 2026 sogar um 4,4 Grad zu warm.
Schafskälte und der lang ersehnte Regen
Vor dem Beginn dieser Hitzewelle war das Wetter noch von der sogenannten Schafskälte bestimmt. Diese kühle Phase brachte den lang ersehnten, kräftigen Regen nach einem extrem trockenen Frühjahr. Stellenweise fielen in kurzer Zeit große Regenmengen: In der Gemeinde Weißensee waren es von 9. Juni, 20 Uhr, bis 10. Juni, 20 Uhr, 103 Liter pro Quadratmeter – also mehr als 100 Liter in nur 24 Stunden. Zur Einordnung: Normalerweise regnet es in Weißensee im gesamten Monat Juni rund 130 Liter pro Quadratmeter. Ein Großteil der üblichen Monatsmenge fiel hier also an einem einzigen Tag. Insgesamt lag der Monat durch diese Niederschläge rund ein Drittel über dem üblichen Junisoll (im Flächenmittel 174 Liter pro Quadratmeter). Die enorme Hitze ab dem 18. Juni sorgte bei den Böden allerdings rasch wieder für einen stark steigenden Wasserbedarf.
Sonnenstunden und die kälteste Nacht
Bei den Sonnenstunden lag der Juni im Flächenmittel mit 196 Stunden nur leicht über dem Durchschnitt (plus 4 Prozent), da die trüben Tage zu Beginn die sonnige Hitzephase am Ende weitgehend ausglichen. Die sonnigsten Orte waren der Klagenfurter Flughafen (269 Stunden) und Lienz (227 Stunden). Einen enormen Kontrast zur Hitze Ende Juni bildete die kälteste Nacht des Monats am 11. Juni: In St. Jakob im Defereggental fiel die Temperatur auf frische 0,9 Grad und damit fast auf den Gefrierpunkt.
Die Extremwerte des Monats im Überblick
Zum Abschluss die markantesten Stationen des Monats. Bei den Höchstwerten haben wir die reinen Hochgebirgsstationen wie den Sonnblick außen vor gelassen, damit vergleichbare Lebensräume nebeneinanderstehen. Bei den kältesten Nächten zeigen wir bewusst nur bewohnte Täler.
Höchste Temperaturen (absolute Einzelwerte)
- Ferlach: 36,6 °C (am 29. Juni)
- St. Andrä im Lavanttal: 36,5 °C (am 28. Juni)
- Lienz: 35,7 °C (am 28. Juni)
- Pörtschach: 35,6 °C (am 29. Juni)
- Feldkirchen: 35,5 °C (am 29. Juni)
Kälteste Nächte (nur bewohnte Tallagen)
- St. Jakob im Defereggental: +0,9 °C (am 11. Juni)
- Großkirchheim: +3,6 °C (am 11. Juni)
- Kals am Großglockner: +3,6 °C (am 4. Juni)
- Preitenegg: +3,8 °C (am 11. Juni)
- Mallnitz: +3,9 °C (am 4. Juni)
Meiste Hitzetage (Tage mit mindestens 30 °C)
An gleich 17 Stationen, das sind praktisch alle großen Becken und Täler in Kärnten und Osttirol, wurden 13 Hitzetage in Folge verzeichnet (18. bis 30. Juni), unter anderem:
- Obervellach: 13 Hitzetage
- Ferlach: 13 Hitzetage
- Feldkirchen: 13 Hitzetage
- Klagenfurt: 13 Hitzetage
- Dellach im Drautal: 13 Hitzetage
- Lienz: 13 Hitzetage
Meiste Tropennächte (Nacht nicht unter 20 °C)
- Klagenfurt-Lastenstraße: 5 Tropennächte
- Pörtschach: 1 Tropennacht
- Villach Stadt: 1 Tropennacht
- Klagenfurt Flughafen: 1 Tropennacht
- St. Veit an der Glan: 1 Tropennacht
Niederschlagsreichste Orte (Monatssumme)
- Villacher Alpe: 246 mm
- Villach Stadt: 218 mm
- Bad Bleiberg: 212 mm
- Spittal an der Drau: 202 mm
- Weitensfeld: 194 mm
Niederschlagsärmste Orte (Monatssumme)
- Obervellach: 73 mm
- St. Andrä im Lavanttal: 86 mm
- Treibach-Althofen: 100 mm
- Virgen: 112 mm
- Gmünd: 113 mm
Sonnigste Orte in Kärnten (Monatssumme)
- Klagenfurt Flughafen: 269 h
- St. Veit an der Glan: 266 h
- Feistritz ob Bleiburg: 263 h
Sonnigste Orte in Osttirol (Monatssumme)
- Lienz: 227 h
- Sillian: 220 h
- Virgen: 205 h
Quellen
Datenquellen: Die Flächenkarten beruhen auf dem SPARTACUS-Monatsgitter (1 km Auflösung) von GeoSphere Austria, die Stationswerte auf den täglichen Klimadaten desselben Instituts. Beide Datensätze stehen unter der Lizenz CC BY 4.0.
Hinweis: Die Karten zeigen die Abweichung des vollständigen Monats Juni gegenüber den Klimamitteln 1991 bis 2020 und 1961 bis 1990. Als Hitzetag gilt ein Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad.
Urheberrecht der Klimastudie und sämtlicher Grafiken in diesem Artikel: Alle in diesem Artikel gezeigten Grafiken, Karten und Auswertungen wurden von tauernwetter.at eigenständig aus den genannten Datensätzen berechnet und aufbereitet. Das ausschließliche Urheberrecht an diesen Grafiken und an der gesamten Klimastudie liegt bei tauernwetter.at.
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