UNWETTER

Hitze, heftige Gewitter und dann die Abkühlung: Turbulente Woche in Kärnten und Osttirol

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten
Heller Blitz zwischen dunklen Gewitterwolken über einer Bergkette bei Nacht.
Bis inklusive Samstag sind an den Nachmittagen teils heftige Gewitter zu erwarten. (Symbolbild: Pixabay)

Die Woche wird turbulent: Von heute bis inklusive Samstag sind an den Nachmittagen teils heftige Gewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu erwarten. Gleichzeitig bleiben die Höchstwerte bis Freitag in den meisten Tälern und Becken durchgehend teils deutlich über 30 Grad, am Freitag sind sogar wieder Temperaturen bis zu oder knapp über 35 Grad möglich. Doch ein Ende der Hitze ist absehbar: Spätestens am Sonntag erreichen die Temperaturen nur mehr 19 bis 24 Grad.

Große Hitze trifft auf große Unwettergefahr

Die Kombination aus großer Hitze und zunehmend feuchter Luft macht die kommenden Tage brisant. Je heißer die Luftmasse, desto mehr Energie steht den Gewittern zur Verfügung, und genau deshalb ist die Unwettergefahr in dieser Woche besonders groß. Den Höhepunkt erreicht die Entwicklung am Freitag: Nach einem sehr heißen Tag mit bis zu 35 Grad nähert sich von Westen eine Kaltfront, an der sich kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischem Wind entwickeln. Erst danach stellt sich die Wetterlage grundlegend um.

Der Wetterbericht für die kommenden Tage

Heute, Dienstag

Es ist heiß und schwül mit einem Wechsel aus Sonne und dichteren Wolken. Vor allem am Nachmittag bilden sich einige Regenschauer und Gewitter, zunächst vor allem in Osttirol und über den Bergen, im weiteren Verlauf sind sie auch in der Landesmitte möglich. Stellenweise können die Gewitter heftig sein. Der Wind weht meist nur schwach aus südöstlicher Richtung. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 und 32 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 14 Grad.

Morgen, Mittwoch

Am Mittwoch wird es nach einer Nacht mit letzten Schauern oder Gewittern sehr heiß. In der Früh lockern die Wolken schon wieder auf und es scheint verbreitet die Sonne. Im Klagenfurter Becken, im Jauntal und im Rosental wird es mit bis zu 33 Grad am heißesten. Am Nachmittag bilden sich über dem Bergland erneut Quellwolken. Ab dem späten Nachmittag muss man in Osttirol, entlang der Karnischen Alpen und generell in Oberkärnten mit teils heftigen Regenschauern und Gewittern rechnen. Dabei sind örtlich auch Hagel, Starkregen und Sturmböen möglich. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 11 und 19 Grad, die Tageshöchstwerte erreichen 23 bis 33 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 15 Grad.

Übermorgen, Donnerstag

Am Donnerstag scheint verbreitet die Sonne und es bleibt lange trocken. In Osttirol und Oberkärnten ist es besonders am Vormittag sonnig, auch im Kärntner Zentralraum setzt sich nach einer teils recht feuchten Nacht rasch die Sonne durch. Erst am späten Nachmittag und Abend bilden sich über dem Bergland ein paar Quellwolken, aus denen vereinzelt ein Gewitter entstehen kann. Es wird wieder heiß mit Höchstwerten zwischen 24 und 32 Grad. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 12 und 19 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 18 Grad.

Freitag

Der Freitag beginnt sonnig, und mit Werten bis 35 Grad wird es am Nachmittag noch einmal sehr heiß. Am Nachmittag nähert sich von Westen eine Kaltfront. Ab dem späten Nachmittag ziehen kräftige Regenschauer und heftige Gewitter auf, die auf weite Teile des Landes übergreifen. Dabei sind Unwetter mit Starkregen, Hagel und stürmischem Wind wahrscheinlich. Die Höchstwerte liegen voraussichtlich zwischen 26 und 35 Grad.

Samstag

Am Samstag bleibt es nach der Front unbeständig und kühler. Zwar zeigt sich zunächst wieder die Sonne, doch am Nachmittag ziehen erneut teils heftige Regenschauer und Gewitter durch. Die Höchstwerte erreichen nur noch 21 bis knapp 30 Grad.

Sonntag

Am Sonntag klingen letzte Regenschauer in den frühen Morgenstunden ab. Die Wolken lockern im Tagesverlauf immer mehr auf, der Nachmittag verläuft überall zeitweise sonnig. Es weht lebhafter Nordwestwind, und mit 19 bis 24 Grad ist es deutlich kühler als zuletzt.

Zwischen 20 und 100 Liter: Die Regenmengen fallen sehr unterschiedlich aus

Die Gewitter werden in allen Landesteilen für Niederschlag sorgen, doch wie immer bei konvektiven Ereignissen verteilen sich die Mengen sehr ungleich. Gewitter bringen große Regenmengen in sehr kurzer Zeit, treten aber örtlich begrenzt auf. So ist es durchaus denkbar, dass es in einzelnen Orten bis zum Wochenende um die 100 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gibt, während es stellenweise nur für knapp 20 Liter pro Quadratmeter reicht. Wo genau die größten Mengen fallen, entscheidet sich erst kurzfristig mit den Zugbahnen der einzelnen Gewitterzellen.

ALPIXION-Karte des aufsummierten Niederschlags in Kärnten und Osttirol bis Sonntag mit stark unterschiedlichen Regenmengen.
Der von ALPIXION berechnete aufsummierte Niederschlag bis Sonntagfrüh: Die Mengen schwanken je nach Gewitterzugbahn stark, von rund 20 Litern im Klagenfurter Becken bis über 70 Liter in einzelnen Regionen. (Grafik: Tauernwetter)
Karte des aufsummierten Niederschlags über Österreich bis Sonntag mit fleckenhafter Verteilung der Regenmengen.
Auch die Berechnung des Schweizer Modells ICON-CH2 zeigt das typische Muster konvektiver Lagen: örtlich große Regenmengen, dazwischen deutlich trockenere Gebiete. (Grafik: Tauernwetter, Daten: MeteoSwiss)

Waldbrandgefahr bleibt hoch: Bezirke verhängen Feuerverbote

Weil der Regen so ungleich fällt, bleibt die Waldbrandgefahr vorerst hoch. In den vergangenen Tagen haben die meisten Bezirkshauptmannschaften in Kärnten neue Verordnungen erlassen, die das Feueranzünden im Wald und in Waldnähe verbieten. Erst flächendeckender Regen kann die Lage nachhaltig entspannen, und genau der ist in dieser Woche nicht garantiert: Orte, die von den Gewittern verschont bleiben, trocknen unter der anhaltenden Hitze weiter aus.

Karte der Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol für Donnerstag mit regional hoher Gefahrenstufe.
Die von ALPIXION berechnete Waldbrandgefahr für Donnerstag: verbreitet mittlere, regional hohe Gefahr, unter anderem rund um Spittal, im Raum Feldkirchen und in Teilen Osttirols. (Grafik: Tauernwetter)

Erste Julihälfte schon wieder deutlich zu trocken

Nach einem etwas zu feuchten Juni war die erste Julihälfte schon wieder deutlich zu trocken. Seit Jahresbeginn fehlt in Kärnten und Osttirol rund ein Viertel des üblichen Niederschlags, und die anhaltende Hitze verschärft die Lage zusätzlich, weil die Verdunstung auf Hochtouren läuft. In den letzten Tagen haben deshalb wieder einige Gemeinden in Kärnten und Osttirol zum Wassersparen aufgerufen.

Karte der Niederschlagsabweichung in Kärnten und Osttirol seit Jahresbeginn mit verbreitet 25 Prozent zu wenig Regen.
Die Niederschlagsabweichung vom 1. Jänner bis zum 12. Juli: In Kärnten und Osttirol fehlt gegenüber dem Klimamittel 1961 bis 1990 rund ein Viertel des üblichen Niederschlags. (Grafik: Tauernwetter, Daten: GeoSphere Austria SPARTACUS)

Ausblick: Endlich eine Verschnaufpause

Kurz zusammengefasst wird die Woche ab heute sehr turbulent: sehr hohe Temperaturen mit dem Höhepunkt am Freitag, Unwettergefahr bis inklusive Samstag und eine deutliche Abkühlung ab Sonntag. Wie nachhaltig diese Abkühlung ausfällt, lässt sich heute noch nicht seriös prognostizieren. Fest steht aber: Nach Wochen der hohen bis extrem hohen Temperaturen ist sie eine dringend notwendige Verschnaufpause, für die Menschen ebenso wie für die ausgetrockneten Böden. Wir halten Sie auf tauernwetter.at mit täglich mehrfach aktualisierten Ortsprognosen für alle Gemeinden in Kärnten und Osttirol auf dem Laufenden.

Karte der Temperaturabweichung in 850 Hektopascal über Europa für Freitag mit großer Wärmeanomalie über dem Alpenraum.
Die Temperaturabweichung in rund 1500 Meter Höhe am Freitag: Der Alpenraum steckt noch mitten in den heißen Luftmassen. (Grafik: Tauernwetter, Daten: GFS/NOAA)
Karte der Temperaturabweichung in 850 Hektopascal über Europa für Montag mit leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen über dem Alpenraum.
Ganz anderes Bild am Montag: Nach dem Durchzug der Kaltfront erfassen deutlich kältere Luftmassen den Alpenraum. (Grafik: Tauernwetter, Daten: GFS/NOAA)

Quellen

Prognosen: ALPIXION, das 800-Meter-Modell von Tauernwetter, sowie GFS der US-Wetterbehörde NOAA. ICON-CH2 von MeteoSwiss und der SPARTACUS-Datensatz der GeoSphere Austria (Klimabilanz) wurden von Tauernwetter unter der Lizenz CC BY 4.0 bezogen.

Titelbild: Pixabay (Symbolbild). Urheberrecht an allen übrigen Grafiken in diesem Artikel: Alle gezeigten Karten und Diagramme wurden von tauernwetter.at eigenständig erstellt. Das ausschließliche Urheberrecht daran liegt bei tauernwetter.at.

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