Erste Hitzewelle 2026: Bis zu 33 Grad und extreme Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol
Heute Samstag fällt in Kärnten und Osttirol voraussichtlich zum ersten Mal in diesem Jahr die 30-Grad-Marke. Damit beginnt die erste Hitzewelle des Jahres 2026. Bis Mittwoch klettern die Temperaturen auf bis zu 33 Grad, die Waldbrandgefahr erreicht verbreitet die höchste Gefahrenstufe. Regen ist bis inklusive Mittwoch praktisch nicht in Sicht.
Erste Hitzewelle 2026 erreicht Kärnten und Osttirol
Nach der nassen und für Mitte Mai ungewöhnlich kalten Woche hat sich das Wetter rasch wieder beruhigt. Wie schon zu Pfingsten angekündigt, hat ein kräftiges Hochdruckgebiet das Kommando übernommen und sorgt für stabiles, sonniges und zunehmend heißes Wetter. Heute Samstag werden im oberen Drautal und im Lavanttal bereits an einzelnen Wetterstationen an die 30 Grad erwartet, spätestens am Sonntag fällt die 30-Grad-Marke flächendeckend.
Von einer Hitzewelle spricht man in der Meteorologie, wenn an drei aufeinander folgenden Tagen 30 Grad oder mehr gemessen werden. Genau das zeichnet sich für Kärnten und Osttirol nun ab: Von Sonntag bis mindestens Mittwoch bleibt es heiß, der Höhepunkt der Hitze wird erst zur Wochenmitte hin erreicht. Voraussichtlich werden am Dienstag und Mittwoch Höchstwerte von 32, vereinzelt sogar 33 Grad gemessen. Für den Mai sind das außergewöhnlich hohe Temperaturen. Im langjährigen Mittel der Periode 1991 bis 2020 fällt der erste österreichweite Hitzetag im Schnitt erst am 19. Mai, vor wenigen Jahrzehnten lag er meist erst im Juni.
5-Tages-Prognose im Detail
Heute, Samstag
Sommerlich heiß und sonnig. In ganz Kärnten und Osttirol scheint von früh bis spät die Sonne, nur ganz vereinzelt zeigen sich am Nachmittag harmlose Wolken über den Bergen. Es weht schwacher bis mäßiger Nordwind, in den Gurktaler Alpen frischt er etwas lebhafter auf. Nach Frühwerten zwischen 3 und 11 Grad klettern die Temperaturen auf sommerliche 20 bis 30 Grad, am wärmsten wird es im oberen Drautal und im Lavanttal. In 2000 Meter Seehöhe werden am Nachmittag 12 Grad erreicht.
Morgen, Sonntag
Am Sonntag setzt sich das sonnige und heiße Wetter fort. Die Sonne scheint nahezu den ganzen Tag, erst am Abend ziehen vor allem im Norden ein paar harmlose Wolkenfelder auf. Bei mäßigem, in den nördlichen Landesteilen auch lebhaftem Nordwind wird es noch eine Spur heißer als am Samstag. Die Frühwerte liegen zwischen 5 und 13 Grad, tagsüber steigen die Temperaturen auf 23 bis 32 Grad, am heißesten wird es im Lavanttal und im oberen Drautal. In 2000 Meter Seehöhe werden rund 15 Grad erreicht.
Übermorgen, Montag
In den Morgenstunden ziehen noch ein paar Wolken durch, schon am Vormittag setzt sich aber überall die Sonne durch. Danach scheint sie bis zum Abend meist ungetrübt, nur in den Gurktaler Alpen bilden sich ein paar Quellwolken. Es bleibt überall trocken und der Nordwind weht nur noch schwach bis mäßig. Bei Frühwerten von 8 bis 15 Grad wird es mit Höchstwerten zwischen 23 und 31 Grad neuerlich heiß, am wärmsten im Klagenfurter Becken und im Lavanttal. In 2000 Meter Seehöhe sind es am Nachmittag rund 17 Grad.
Dienstag
Am Dienstag setzt sich das hochsommerliche Wetter fort. Den Großteil des Tages scheint die Sonne, ab Mittag sind dann aber etwas mehr Quellwolken als noch am Montag unterwegs und am späten Nachmittag und Abend bilden sich vor allem in Osttirol, im oberen Drautal sowie entlang der Karnischen Alpen und Karawanken einzelne Regenschauer und Gewitter, meist bleibt es aber auch hier trocken. Höchstwerte voraussichtlich 25 bis 32 Grad. In 2000 Meter Seehöhe hat es um 18 Grad.
Mittwoch
Am Mittwoch nochmals viel Sonne und sehr heiß. Schauer oder Gewitter sind nach aktuellem Stand kaum zu erwarten. Allerdings frischt der Nordwind in den nördlichen Landesteilen lebhaft bis kräftig auf, im Mölltal ist Nordföhn zu erwarten. Die Höchstwerte erreichen voraussichtlich 24 bis 33 Grad. Selbst in 2000 Meter Seehöhe sind vereinzelt bis zu 20 Grad möglich.
Waldbrandgefahr steigt auf die höchste Stufe
Mit der Hitze und den weiterhin sehr trockenen Böden steigt die Waldbrandgefahr in Kärnten und Osttirol bis Mittwoch verbreitet auf die höchste Gefahrenstufe. So flächendeckend wurde diese höchste Stufe heuer noch nicht erreicht – auch in den ohnehin schon sehr trockenen Wochen im Frühjahr nicht. Die folgende Karte des ALPIXION-Wettermodells von Tauernwetter zeigt die berechnete Waldbrandgefahr für Mittwoch, den 27. Mai 2026. Das Modell rechnet mit einer Auflösung von 800 Metern und erfasst damit auch kleinräumige Unterschiede in der komplexen Topographie der Region.
Über weite Teile Kärntens und Osttirols hinweg wird die Stufe „sehr hoch" erreicht, in Osttirol und Oberkärnten sogar verbreitet. Vermeiden Sie jede Art von Feuer in Waldnähe – schon ein kleiner Funke kann unter diesen Bedingungen einen größeren Brand auslösen.
Kaum Regen in Sicht
Auch wenn am Dienstagnachmittag und -abend einzelne, kurze Gewitter durchziehen könnten, bleibt der Niederschlag bis inklusive Mittwoch die absolute Ausnahme. Das Modell ICON-EU des Deutschen Wetterdienstes berechnet bis Mittwochabend für Kärnten und Osttirol praktisch keinen Niederschlag – die wenigen graublauen Flecken in der Karte zeigen lediglich isolierte Gewitterzellen.
Damit setzt sich das Trockenheitsproblem in Kärnten und Osttirol fort. Zwar haben die Niederschläge der letzten Woche das Defizit etwas reduziert, doch in Klagenfurt liegt der Wert von Jahresbeginn weiterhin rund 25 Prozent unter dem langjährigen Mittel, in Lienz sogar bei 42 Prozent.
Wann kommt die Abkühlung?
Ab Donnerstag deuten einige Wettermodelle eine leichte Abkühlung an, ganz gesichert ist diese aber noch nicht. Und selbst wenn sie kommt, dürfte sie nach derzeitigem Stand nicht allzu lange anhalten. Eine länger andauernde kühlere Wetterphase und vor allem ergiebiger, flächendeckender Regen sind für Kärnten und Osttirol auch in der erweiterten Prognose derzeit noch nicht in Sicht.
Quellen
Quellen: Modell ALPIXION (Tauernwetter), Modell ICON-EU (Deutscher Wetterdienst), Bild: iStock.
Urheberrecht des Inhaltes und der Grafiken: tauernwetter.at
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