Aprilbilanz: 2,2 Grad zu mild und 68 Prozent zu trocken in Kärnten und Osttirol
Der April 2026 endet in Kärnten und Osttirol mit einer außergewöhnlichen Bilanz. Die Temperatur lag im Mittel um 2,2 Grad über dem Klimamittel der Periode 1991 bis 2020 und reiht den Monat damit unter die deutlich zu milden April-Monate ein. Beim Niederschlag fällt das Bild noch drastischer aus. Mit nur 23 Millimetern statt der üblichen 72 Millimeter fehlten rund 68 Prozent der sonst üblichen Menge. Damit zählt der April 2026 zu den trockensten April-Monaten in der Region seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen.
Frühling deutlich zu mild
Die Temperaturen lagen über weite Strecken des Monats deutlich über dem Klimamittel. Den höchsten Wert lieferte Dellach im Drautal mit 27,0 Grad am 6. April, gleichauf mit St. Andrä im Lavanttal, wo am 26. April ebenfalls 27,0 Grad gemessen wurden. Auf den weiteren Plätzen folgen Villach mit 26,9 Grad am 26. April, Ferlach mit 26,9 Grad am 25. April und St. Veit an der Glan mit 26,4 Grad am 26. April.
Die kälteste Phase brachte eine klare Strahlungsnacht zum 23. April. In Weitensfeld, einem ausgeprägten Kaltluftsee im Gurktal, sanken die Temperaturen auf minus 5,0 Grad. In Völkermarkt-Goldbrunnhof wurden minus 2,5 Grad gemessen, in St. Andrä im Lavanttal minus 2,1 Grad, in Hermagor minus 2,0 Grad und in Friesach minus 1,9 Grad. Alle Tiefstwerte stammen vom selben Morgen.
Außergewöhnlich trockener Monat
Den meisten Niederschlag verzeichnete Bad Bleiberg mit 45,5 Millimetern, gefolgt von Kornat im Lesachtal mit 35,2 Millimetern, dem Loibltunnel mit 33,4 Millimetern, Arriach mit 30,5 Millimetern und Kötschach-Mauthen mit 26,8 Millimetern.
Am wenigsten Niederschlag fiel in Gmünd mit nur 4,1 Millimetern. Auch St. Andrä im Lavanttal mit 7,8 Millimetern, Preitenegg mit 10,2 Millimetern, Döllach im oberen Mölltal mit 10,6 Millimetern und Ferlach mit 11,6 Millimetern blieben deutlich unter den Erwartungen. Zwischen der trockensten und der nassesten Station liegt damit ein Faktor von rund elf.
Zwei kurze Niederschlagsepisoden prägten den Monat
Die wenigen Niederschläge des Monats verteilten sich auf zwei kurze Episoden. Rund um den 19. und 20. April zogen Schauer und Gewitter über die Region. Aufgrund ihres konvektiven Charakters fielen sie kleinräumig sehr unterschiedlich aus. Der Nordwesten Kärntens wurde nur gestreift, dort blieb es weitgehend trocken. Die zweite und kräftigere Phase brachte ein Mittelmeertief am 28. und 29. April. Vor allem die Karnischen Alpen, das Lesachtal, die Karawanken, aber auch die Nockberge bekamen etwas mehr Niederschlag ab, im Lavanttal hingegen blieb es weitgehend trocken. Außerhalb dieser beiden Episoden dominierte hoher Luftdruck mit viel Sonnenschein.
Trockenheit hält seit Dezember an
Damit setzt sich die seit dem meteorologischen Winterbeginn am 1. Dezember anhaltende Trockenheit auch im Frühling fort. Seit Jahresbeginn liegt das Niederschlagsdefizit in Kärnten und Osttirol bei rund 46 Prozent unter dem langjährigen Mittel der Periode 1961 bis 1990. Selbst die kräftigen Italientiefs im Jänner und Februar haben in weiten Teilen Oberkärntens und Osttirols nicht genug Wasser gebracht, um die ausgetrockneten Böden wieder zu durchfeuchten. Auch dort, wo zuletzt etwas Regen oder Schnee fiel, reichte die Menge nicht, um das aufgelaufene Defizit auch nur ansatzweise auszugleichen.
Der Mai startet verbreitet mit Morgenfrost, frühlingshaftes Wochenende mit bis zu 25 Grad
Heute, am Donnerstag, dem 30. April, scheint nach Auflösung der ohnehin geringen Bewölkung am Vormittag verbreitet die Sonne. Es weht mäßiger Ostwind, in den nördlichen Landesteilen entlang der Pack, in den Nockbergen und im Gailtal auch lebhaft. Nach einer kühlen Früh mit Werten zwischen minus 4 Grad in Glödnitz und 3 Grad im oberen Drautal steigen die Temperaturen tagsüber auf 9 Grad in Preitenegg und bis zu 18 Grad in St. Andrä im Lavanttal. In 2.000 Meter Höhe hat es um 1 Grad.
Am Freitag, dem 1. Mai, scheint von der Früh weg die Sonne, in ganz Kärnten und Osttirol bleibt der Himmel den ganzen Tag wolkenlos. Der Nordwind weht mäßig, in den nördlichen Landesteilen lebhaft. Nach einer frischen Früh mit minus 5 bis 2 Grad wird es deutlich milder, die Temperaturen erreichen 13 Grad in Diex und bis zu 21 Grad im Lavanttal. Am wärmsten wird es in Unterkärnten. In 2.000 Meter Höhe hat es um 4 Grad.
Am Samstag, dem 2. Mai, bleibt der Himmel von früh bis spät wolkenlos und die Sonne scheint ungetrübt. Der Wind dreht auf Süd und weht nur noch schwach bis mäßig. Die Frühwerte liegen zwischen minus 2 Grad in Glödnitz und 5 Grad, tagsüber wird es nochmals deutlich wärmer mit Höchstwerten zwischen 17 Grad in Preitenegg und 24 Grad im oberen Drautal. In 2.000 Meter Höhe steigen die Temperaturen auf rund 11 Grad.
Am Sonntag, dem 3. Mai, setzt sich das sommerlich warme Wetter fort. Tagsüber überwiegt der Sonnenschein, am späten Nachmittag und Abend ziehen von Westen her zunehmend Wolken auf. Im nördlichen Osttirol und am Tauernhauptkamm können gegen Abend ein paar Tropfen fallen. Bei lebhaftem Südwind erreichen die Höchstwerte 19 bis 25 Grad, am wärmsten wird es voraussichtlich im Lavanttal und am Wörthersee. In 2.000 Meter Höhe hat es um 12 Grad.
Am Montag, dem 4. Mai, überwiegen voraussichtlich die Wolken, im nördlichen Osttirol und in den Tauern können vereinzelt ein paar Tropfen fallen. Sonnige Abschnitte gibt es vor allem am Nachmittag im Süden und Osten des Landes. Trotz der Wolken bleibt es sehr mild mit Höchstwerten zwischen 16 Grad in den Tauern und 25 Grad im Lavanttal. In 2.000 Meter Höhe hat es um 10 Grad.
Maiausblick: Tendenz zu mild und zu trocken
Für den Mai liefert das experimentelle Langfristmodell CFSv2 erste Hinweise auf einen Monat, der etwas zu mild und in weiten Teilen etwas zu trocken ausfallen dürfte. In Osttirol und in Oberkärnten könnten die Niederschlagsmengen aber das Niveau eines durchschnittlichen Mai erreichen. Bei der Interpretation eines experimentellen Modells ist allerdings große Vorsicht angebracht. Es liefert eine grobe Tendenz und keine verlässliche Prognose. Selbst wenn einzelne Landesteile im Mai durchschnittliche Niederschlagsmengen erhalten sollten, ändert das nichts am großen Defizit, das sich seit dem 1. Dezember angesammelt hat. Um die Trockenheit in der Region zu beenden, wäre über mehrere Wochen hinweg deutlich überdurchschnittlicher Niederschlag nötig.
Quellen: GeoSphere Austria SPARTACUS via CC BY 4.0, NOAA CPC/CFSv2. Grafiken: tauernwetter.at.
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