Klimawandel in Albeck: Klimadaten seit 1961
Die Klimastreifen für Albeck 1961–2025: jeder Streifen ein Jahr – blau = kühler, rot = wärmer als das langjährige Mittel.
Wie stark hat sich das Klima in Albeck (837 m Seehöhe) bereits verändert? Die SPARTACUS-Analysedaten der GeoSphere Austria liefern für jeden Quadratkilometer Österreichs lückenlose Tageswerte seit 1961 – hier ausgewertet für den Gitterpunkt Albeck. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Jahresmitteltemperatur stieg von 6,3 °C (Normalperiode 1961–1990) auf 7,7 °C (1991–2020) – ein Plus von 1,4 °C. Das wärmste Jahr der gesamten Messreihe war 2024 mit 9,3 °C – der Klimawandel ist hier messbare Gegenwart, kein Zukunftsszenario. Die Zahl der Sommertage (≥ 25 °C) hat sich von durchschnittlich 23,3 auf 39,8 pro Jahr erhöht.
Klimarekorde in Albeck
Jahresmitteltemperatur: Der Erwärmungstrend
Das wärmste Jahr in Albeck war 2024 mit 9,3 °C, das kälteste 1962 mit 5,3 °C. Der Vergleich der WMO-Normalperioden zeigt eine Erwärmung um 1,4 °C (6,3 °C → 7,7 °C).
Sommertage und Hitzetage pro Jahr
Sommertage (≥ 25 °C) gab es in Albeck am häufigsten im Jahr 2003 (71 Tage); Hitzetage (≥ 30 °C) am häufigsten im Jahr 2013 (15 Tage).
Frosttage und Eistage pro Jahr
Die Kälteseite des Klimawandels: Frosttage (Tiefstwert unter 0 °C) gingen in Albeck von durchschnittlich 165,3 auf 145,2 pro Jahr zurück, Eistage (Dauerfrost) von 41,7 auf 28,3.
Schnee im Wandel
Schneedeckentage (mindestens 1 cm Schnee) gab es in Albeck zuletzt im Schnitt 85,0 pro Jahr (1991–2020) – das sind 34,9 Tage weniger als in der Normalperiode 1961–1990 (119,9 Tage). Die größte Schneehöhe der gesamten Reihe: 104 cm am 16.02.1969.
Top-5-Jahre mit den meisten Schneedeckentagen
Schneedaten: SNOWGRID-CL (GeoSphere Austria), 1-km-Gitterpunkt – Balken = Schneedeckentage, Linie = maximale Schneehöhe des Jahres.
Jahresbilanzen im Detail
Mittelwerte der beiden Normalperioden und Rekordjahre – auf die Kennzahl klicken für die Top-5-Jahre:
| Kennzahl | Ø 1961–90 | Ø 1991–2020 | Maximum (Jahr) |
|---|---|---|---|
Hitzetage (Tmax ≥ 30 °C)Top-5-Jahre: 2013: 15 · 2025: 13 · 2003: 13 · 2019: 12 · 2010: 11 |
0,6 | 4,8 | 15 (2013) |
Sommertage (Tmax ≥ 25 °C)Top-5-Jahre: 2003: 71 · 2024: 63 · 2019: 59 · 2013: 58 · 2017: 57 |
23,3 | 39,8 | 71 (2003) |
Tropennächte (Tmin ≥ 20 °C)Top-5-Jahre: keine Jahre mit Werten > 0 |
0,0 | 0,0 | – |
Frosttage (Tmin < 0 °C)Top-5-Jahre: 1973: 185 · 1974: 182 · 1980: 181 · 1984: 177 · 1985: 176 |
165,3 | 145,2 | 185 (1973) |
Eistage (Tmax < 0 °C)Top-5-Jahre: 1963: 66 · 2010: 59 · 1969: 59 · 1986: 57 · 1972: 57 |
41,7 | 28,3 | 66 (1963) |
Frostwechseltage (Tmin < 0 °C und Tmax ≥ 0 °C)Top-5-Jahre: 1974: 170 · 2020: 147 · 1975: 145 · 1973: 145 · 1988: 144 |
123,6 | 116,8 | 170 (1974) |
Starkniederschlagstage (≥ 20 mm/Tag)Top-5-Jahre: 1965: 21 · 2014: 19 · 2017: 18 · 2024: 17 · 2000: 17 |
10,8 | 12,3 | 21 (1965) |
Niederschlag im Wandel
Vergleich der Normalperioden 1961–1990 und 1991–2020: In Albeck fällt heute im Schnitt 13,4 mm (1,4 %) mehr Niederschlag pro Jahr. Blau = Zunahme, braun = Abnahme.
Auffällig ist die jahreszeitliche Verschiebung: Der Sommerniederschlag hat um 27,1 mm zugenommen, während der Winterniederschlag um 28,8 mm zurückging – die Winter werden tendenziell trockener, die Sommer feuchter.
Und die Zukunft? Die ÖKS15-Szenarien erwarten bis 2071–2100: Jahresniederschlag +10 % (🌍) bzw. +8 % (🔥), im Sommer +9 % (🌍) bzw. +1 % (🔥), im Winter +16 % (🌍) bzw. +17 % (🔥). Mehr Winterniederschlag bedeutet bei steigenden Temperaturen allerdings immer öfter Regen statt Schnee.
Blick in die Zukunft: Wie wird das Klima in Albeck Ende des Jahrhunderts?
Die österreichischen Klimaszenarien (ÖKS15) rechnen zwei Wege durch: Was passiert, wenn die Welt beim Klimaschutz ernst macht – und was, wenn alles weiterläuft wie bisher? So sieht das für Albeck im Zeitraum 2071–2100 aus – jeweils im Vergleich zu heute (Mittel 1991–2020):
- Es wird um rund +2,3 °C wärmer als heute.
- Etwa 24 Sommertage mehr pro Jahr.
- Rund 9 zusätzliche Hitzetage über 30 °C.
- 40 Frosttage weniger – der Winter wird kürzer und milder.
- Die Wachstumssaison verlängert sich laut den Klimamodellen um etwa 28 Tage.
- Im Winter fällt rund 16 % mehr Niederschlag – bei milderen Temperaturen öfter als Regen statt Schnee.
- Es wird um rund +4,0 °C wärmer als heute.
- Etwa 46 Sommertage mehr pro Jahr.
- Rund 23 zusätzliche Hitzetage über 30 °C.
- 67 Frosttage weniger – der Winter wird kürzer und milder.
- Die Wachstumssaison verlängert sich laut den Klimamodellen um etwa 60 Tage.
- Im Winter fällt rund 17 % mehr Niederschlag – bei milderen Temperaturen öfter als Regen statt Schnee.
Temperaturpfad: gemessen und projiziert
Gemessene Jahresmitteltemperatur seit 1961 – am Kurvenende öffnet sich der Fächer der Zukunft: Die gestrichelten Linien zeigen den wahrscheinlichsten Weg je Szenario (an die real gemessene Erwärmung angepasst), die farbigen Bänder die Modell-Bandbreite:
Sommer-, Hitze-, Tropennächte-, Frost- und Eistage: heute und Ende des Jahrhunderts
Die grauen Balken zeigen das gemessene Mittel der Jahre 1991–2020, die farbigen die Zukunft 2071–2100. So rechnen wir: Wir nehmen die echten Tageswerte der letzten 30 Jahre an diesem Ort und verschieben sie um die Erwärmung, die laut den Klimaszenarien noch bevorsteht. Die Zahlen bleiben damit fest an der örtlichen Messreihe verankert – typische Modellfehler bei solchen Schwellenwerten werden so vermieden. Die Schneedeckentage darunter stammen aus der FuSE-AT-Schneesimulation der GeoSphere Austria.
Schneedeckentage: heute und Ende des Jahrhunderts
Grundlage ist die österreichische Schneemodell-Simulation FuSE-AT/SNOWGRID-CL (GeoSphere Austria): 16 Klimamodell-Läufe je Szenario, hier der Ensemble-Median als Änderung gegenüber der an diesem Ort beobachteten Schneedecke 1991–2020 (🌍 -32 Tage, Spanne -48 bis -20 · 🔥 -57 Tage, Spanne -74 bis -44):
Alle Zahlen im Detail (auch 2021–2050, mit Modell-Bandbreiten)
Angegeben ist jeweils der mittlere Wert der Klimamodelle, in Klammern die Spanne, in der 80 % der Modelle liegen. Achtung: Diese Tabellen zeigen die rohen ÖKS15-Modellsignale. Bei Schwellen-Kennzahlen (Hitzetage, Tropennächte, Frost-, Eistage) unterschätzen die Modelle die lokale Realität teils deutlich – die Grafiken oben verwenden daher unsere lokal kalibrierte Tauernwetter-Umrechnung und können von diesen Werten abweichen.
Nahe Zukunft: 2021–2050
| Änderung gegenüber 1971–2000 | RCP4.5 ambitionierter Klimaschutz |
RCP8.5 business-as-usual |
|---|---|---|
| Jahresmitteltemperatur laut ÖKS15-Modellen | +1,3 °C(Spanne +0,9 bis +1,9) | +1,4 °C(Spanne +1,0 bis +2,2) |
| ↳ an die gemessene Erwärmung angepasst (Tauernwetter-Berechnung) | +2,3 °C | +2,4 °C |
| Sommertage (≥ 25 °C) | +13,0 Tage/Jahr(Spanne +8,8 bis +18,3) | +12,4 Tage/Jahr(Spanne +9,4 bis +21,6) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | +23,5 Tage/Jahr | +23,5 Tage/Jahr |
| Hitzetage (≥ 30 °C) | +2,6 Tage/Jahr(Spanne +1,5 bis +4,5) | +2,4 Tage/Jahr(Spanne +1,4 bis +5,5) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | +9,4 Tage/Jahr | +9,4 Tage/Jahr |
| Tropennächte (Nacht ≥ 20 °C) | +0,0 Tage/Jahr(Spanne 0,0 bis +0,0) | 0,0 Tage/Jahr(Spanne 0,0 bis +0,1) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | 0,0 Tage/Jahr | 0,0 Tage/Jahr |
| Frosttage | -18,8 Tage/Jahr(Spanne -25,9 bis -11,9) | -24,4 Tage/Jahr(Spanne -33,8 bis -16,6) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | -28,5 Tage/Jahr | -28,5 Tage/Jahr |
| Eistage (Dauerfrost) | -15,3 Tage/Jahr(Spanne -24,2 bis -7,3) | -15,0 Tage/Jahr(Spanne -25,4 bis -7,2) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | -11,9 Tage/Jahr | -11,9 Tage/Jahr |
| Vegetationsperiode | +13,9 Tage/Jahr(Spanne +6,9 bis +20,6) | +18,6 Tage/Jahr(Spanne +11,1 bis +23,2) |
| Heizbedarf (Gradtage: Summe der Grade unter 20 °C Soll-Temperatur über alle Heiztage) | -477,7 Gradtage(Spanne -638,8 bis -300,9) | -513,3 Gradtage(Spanne -751,0 bis -356,4) |
| ↳ Heizenergie-Bedarf sinkt um (Basis 4.381 Gradtage/Jahr) | 11 % | 12 % |
| Kühlbedarf (Gradtage: Maß für Klimaanlagen-Bedarf — heute nahe null) | +42,0 Gradtage(Spanne +28,3 bis +55,6) | +38,8 Gradtage(Spanne +32,2 bis +71,9) |
| ↳ dafür steigen die Kühlkosten: Der Kühlbedarf entsteht im Alpenraum großteils erst neu – was heute kaum jemand braucht, wird zum spürbaren Stromposten im Sommer. | ||
| Jahresniederschlag | +1,8 %(Spanne -2,0 bis +4,7) | +7,0 %(Spanne +0,1 bis +9,8) |
| Sommerniederschlag | +1,9 %(Spanne -7,5 bis +8,8) | +8,0 %(Spanne -8,8 bis +15,7) |
| Winterniederschlag | +7,5 %(Spanne +0,5 bis +18,0) | +11,6 %(Spanne -8,6 bis +19,1) |
| Stärkster Tagesregen | +4,6 %(Spanne -0,9 bis +14,4) | +10,5 %(Spanne +1,6 bis +20,8) |
Hinweis: Bis zur Mitte des Jahrhunderts unterscheiden sich die beiden Szenarien kaum – die Klimapfade trennen sich erst danach deutlich (siehe 2071–2100). Die Periode 2021–2050 ist zudem teilweise bereits Vergangenheit.
Ferne Zukunft: 2071–2100
| Änderung gegenüber 1971–2000 | RCP4.5 ambitionierter Klimaschutz |
RCP8.5 business-as-usual |
|---|---|---|
| Jahresmitteltemperatur laut ÖKS15-Modellen | +2,3 °C(Spanne +1,8 bis +3,3) | +4,1 °C(Spanne +3,4 bis +5,5) |
| ↳ an die gemessene Erwärmung angepasst (Tauernwetter-Berechnung) | +3,3 °C | +5,1 °C |
| Sommertage (≥ 25 °C) | +20,6 Tage/Jahr(Spanne +15,2 bis +34,6) | +41,7 Tage/Jahr(Spanne +31,2 bis +65,7) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | +23,5 Tage/Jahr | +45,9 Tage/Jahr |
| Hitzetage (≥ 30 °C) | +4,7 Tage/Jahr(Spanne +2,9 bis +9,8) | +18,8 Tage/Jahr(Spanne +8,4 bis +30,8) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | +9,4 Tage/Jahr | +22,9 Tage/Jahr |
| Tropennächte (Nacht ≥ 20 °C) | +0,0 Tage/Jahr(Spanne 0,0 bis +0,2) | +1,1 Tage/Jahr(Spanne +0,1 bis +6,2) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | 0,0 Tage/Jahr | +0,5 Tage/Jahr |
| Frosttage | -43,1 Tage/Jahr(Spanne -54,7 bis -28,1) | -75,2 Tage/Jahr(Spanne -95,0 bis -57,7) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | -39,8 Tage/Jahr | -66,7 Tage/Jahr |
| Eistage (Dauerfrost) | -22,6 Tage/Jahr(Spanne -33,3 bis -17,3) | -35,1 Tage/Jahr(Spanne -43,6 bis -29,0) |
| ↳ Tauernwetter-Umrechnung (gegenüber 1991–2020, wie in der Grafik) | -16,5 Tage/Jahr | -22,8 Tage/Jahr |
| Vegetationsperiode | +28,0 Tage/Jahr(Spanne +19,4 bis +38,4) | +59,5 Tage/Jahr(Spanne +43,9 bis +71,0) |
| Heizbedarf (Gradtage: Summe der Grade unter 20 °C Soll-Temperatur über alle Heiztage) | -844,4 Gradtage(Spanne -1.052,5 bis -638,6) | -1.426,9 Gradtage(Spanne -1.609,9 bis -1.127,9) |
| ↳ Heizenergie-Bedarf sinkt um (Basis 4.381 Gradtage/Jahr) | 19 % | 33 % |
| Kühlbedarf (Gradtage: Maß für Klimaanlagen-Bedarf — heute nahe null) | +72,6 Gradtage(Spanne +51,6 bis +118,2) | +196,1 Gradtage(Spanne +140,9 bis +333,5) |
| ↳ dafür steigen die Kühlkosten: Der Kühlbedarf entsteht im Alpenraum großteils erst neu – was heute kaum jemand braucht, wird zum spürbaren Stromposten im Sommer. | ||
| Jahresniederschlag | +10,4 %(Spanne -4,2 bis +15,0) | +8,4 %(Spanne -6,1 bis +15,8) |
| Sommerniederschlag | +9,1 %(Spanne -14,4 bis +17,0) | +1,4 %(Spanne -26,8 bis +17,6) |
| Winterniederschlag | +15,9 %(Spanne +7,4 bis +24,5) | +16,6 %(Spanne +9,9 bis +35,7) |
| Stärkster Tagesregen | +12,4 %(Spanne +2,7 bis +28,9) | +19,1 %(Spanne +13,0 bis +36,8) |
Klimawandel in der Umgebung
Deutsch-Griffen · Steuerberg · Glödnitz · Himmelberg · Gnesau
Quellen & Methodik
- Vergangenheit: SPARTACUS v2 (GeoSphere Austria), Tageswerte 1961–heute, 1-km-Gitterpunkt Albeck (46,8210° N, 14,0700° O). Werte beziehen sich auf die Gitterzelle, nicht auf eine Messstation.
- Schneedecke: SNOWGRID-CL v2 (GeoSphere Austria), Tageswerte 1961–heute; Schnee-Zukunft: FuSE-AT/SNOWGRID-CL-Ensemble (16 Läufe je Szenario).
- Zukunft: ÖKS15-Klimaszenarien (Änderungssignale gegenüber 1971–2000), inkl. GeoSphere-Nutzungshinweis vom April 2026.
- Auswertung & Darstellung: tauernwetter.at – tägliche Aktualisierung.
- Rohdaten: GeoSphere Austria / Copernicus, bezogen unter CC BY 4.0. Berechnung, Auswertung, Visualisierung und Bearbeitung: © tauernwetter.at – alle Rechte vorbehalten. Die Auswertung der GeoSphere-Daten ist Teil der Tauernwetter-Forschung.