RÜCKBLICK

Winterrückblick 2025/26: Zu mild, zu trocken und ungerecht verteilt

| Mag. David Kaufmann | Mallnitz, Kärnten
Temperaturabweichung meteorologischer Winter 2025/26 Kärnten und Osttirol – plus 1,3 Grad über dem Klimamittel
Der meteorologische Winter 2025/26 war in Kärnten und Osttirol um 1,3 Grad wärmer als im Klimamittel 1991–2020. Daten: Copernicus ERA Land

Mallnitz/Kärnten, 26. Februar 2026 – Der meteorologische Winter 2025/26 endet so, wie er Anfang Dezember begonnen hat: viel zu mild. Im Flächenmittel lag die Temperatur in Kärnten und Osttirol um 1,3 Grad über dem Klimamittel 1991–2020, wobei die letzten Februartage den Schnitt nochmals kräftig nach oben treiben. Trotz der teils massiven Schneefälle im Februar, die im Lesachtal, im oberen Gailtal und auch im südlichen Lienzer Becken etwas mehr als die doppelte Niederschlagsmenge brachten, bleibt der Winter insgesamt deutlich zu trocken. Im Flächenmittel fehlen 23 Prozent des üblichen Niederschlags. Und auch die Sonne verteilte ihre Stunden im Winter 2025/26 alles andere als gerecht.

Temperatur: Bis zu 10 Grad zu mild zum Winterende

Der Februar 2026 war im Flächenmittel um 2,4 Grad wärmer als das Klimamittel 1991–2020. Besonders ausgeprägt war die positive Abweichung im mittleren Gurktal, wo die Temperatur um bis zu 3,7 Grad über dem langjährigen Durchschnitt lag. Damit reiht sich der Februar nahtlos in den insgesamt deutlich zu milden Winter ein.

Temperaturabweichung Februar 2026 Kärnten und Osttirol – plus 2,4 Grad über dem Klimamittel
Der Februar 2026 war im Flächenmittel um 2,4 Grad zu warm. Besonders im mittleren Gurktal betrug die Abweichung bis zu 3,7 Grad. Daten: Copernicus ERA Land

Über die gesamte Wintersaison betrachtet lag die Temperaturabweichung bei plus 1,3 Grad. Während der Jänner mit einer Abweichung von minus 0,9 Grad der kälteste seit 2019 war und mehrere Kältewellen mit Tiefstwerten unter minus 20 Grad brachte, dominierten im Dezember und Februar außergewöhnlich milde Phasen. Der Dezember bescherte Kärnten und Osttirol Temperaturen bis zu 13 Grad, und der Februar schließt nun mit frühlingshaften Verhältnissen: Die Frostgrenze steigt Ende Februar zeitweise auf über 3000 Meter Seehöhe an, die Temperaturen erreichen am Freitag, den 27. Februar, oder Samstag, den 28. Februar, bis zu 17 oder 18 Grad. Für Ende Februar sind das Werte, die bis zu 10 Grad über dem Klimamittel liegen.

Niederschlag: Trotz Schneemassen bleibt der Winter deutlich zu trocken

Das Niederschlagsdefizit des Winters 2025/26 ist trotz der eindrucksvollen Schneefälle der vergangenen Wochen beträchtlich. Im Flächenmittel fielen in Kärnten und Osttirol 23 Prozent weniger Niederschlag als im Klimamittel. Am stärksten ausgeprägt war das Defizit im unteren Gailtal, wo rund 40 Prozent des üblichen Winterniederschlags fehlten. Einzig direkt an der Koralpe war das Niederschlagsdefizit nur sehr gering ausgeprägt.

Niederschlagsabweichung meteorologischer Winter 2025/26 Kärnten und Osttirol – minus 23 Prozent unter dem Klimamittel
Der meteorologische Winter 2025/26 war im Flächenmittel um 23 Prozent zu trocken. Am stärksten ausgeprägt war das Defizit im unteren Gailtal mit bis zu minus 40 Prozent. Daten: Copernicus ERA Land

Der Februar brachte zwar im Flächenmittel ein Plus von 46 Prozent, konnte die Trockenheit der Vormonate aber nicht wesentlich lindern. Das liegt vor allem daran, dass der Februar in Kärnten und Osttirol mit durchschnittlich nur rund 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter der mit Abstand trockenste Monat des gesamten Jahres ist. In einem durchschnittlichen Sommermonat fällt teilweise die dreifache Menge. Die Spanne im Februar war enorm: Während es im Lesachtal, im oberen Gailtal und im südlichen Lienzer Becken durch die Italientiefs etwas mehr als doppelt so viel regnete und schneite wie üblich, blieben andere Regionen auch im Februar unterdurchschnittlich. Im Februar reichte die Abweichung von minus 2 Prozent bis plus 120 Prozent.

Niederschlagsabweichung Februar 2026 Kärnten und Osttirol – plus 46 Prozent über dem Klimamittel
Der Februar 2026 war im Flächenmittel um 46 Prozent zu feucht. Im Lesachtal und oberen Gailtal fiel mehr als die doppelte Niederschlagsmenge. Daten: Copernicus ERA Land

Sonnenschein: Große Ungleichheit zwischen Nordwesten und Südosten

Im Flächenmittel war der Winter 2025/26 nicht so sonnenarm, wie es viele Menschen in den Beckenlagen empfunden haben dürften. Die Abweichung beträgt lediglich minus 9 Prozent. Dieser auf den ersten Blick moderate Wert verbirgt jedoch eine extreme Ungleichverteilung der Sonnenstunden.

Sonnenscheinabweichung meteorologischer Winter 2025/26 Kärnten und Osttirol – minus 9 Prozent im Flächenmittel
Die Sonnenscheinbilanz des Winters zeigt extreme regionale Unterschiede: Während es im Nordwesten bis zu 28 Prozent mehr Sonne gab, verzeichnete das Klagenfurter Becken ein Defizit von mehr als 40 Prozent. Daten: Copernicus ERA Land

Während das Klagenfurter Becken unter häufigem und zähem Hochnebel litt und dort eine Abweichung von mehr als minus 40 Prozent verzeichnet wurde, schien die Sonne im Nordwesten der Region – zwischen dem Defereggental und dem oberen Mölltal – um rund 28 Prozent häufiger als üblich. Die Berge profitierten über weite Strecken des Winters von stabilen Inversionslagen, die den Tälern Nebel und Kälte brachten, den Höhenlagen aber strahlenden Sonnenschein.

Der Februar verstärkte dieses Muster nochmals deutlich. Mit einer Sonnenscheinabweichung von minus 23 Prozent im Flächenmittel war der Februar überall in Kärnten und Osttirol trotz des sehr sonnigen Ausklangs deutlich zu trüb. Im Klagenfurter Becken betrug die Abweichung stellenweise sogar minus 50 Prozent.

Sonnenscheinabweichung Februar 2026 Kärnten und Osttirol – minus 23 Prozent im Flächenmittel
Der Februar 2026 war trotz des sonnigen Ausklangs überall deutlich zu trüb. Im Klagenfurter Becken betrug die Abweichung stellenweise minus 50 Prozent. Daten: Copernicus ERA Land

Ausblick: Frühlingshafter Ausklang und sonniger Märzbeginn

Die letzten Februartage gehen nicht nur ausgesprochen mild und sonnig zu Ende, sie markieren auch einen eindrucksvollen Kontrast zum Winterbeginn. Die Frostgrenze steigt zeitweise auf über 3000 Meter Seehöhe an, und die Temperaturen erreichen am Freitag, den 27. Februar, oder Samstag, den 28. Februar, bis zu 17 oder 18 Grad. Damit endet der meteorologische Winter mit Werten, die sonst erst im April üblich sind.

Auch die gesamte erste Märzwoche – am 1. März beginnt meteorologisch gesehen der Frühling – verläuft nach aktuellem Stand der Wettermodelle sonnig, deutlich zu mild, und Niederschlag ist derzeit bis auf Weiteres keiner in Sicht. Ob und wann sich der Winter nochmals zurückmeldet, lässt sich aktuell nicht abschätzen. Angesichts des bestehenden Niederschlagsdefizits von 23 Prozent wäre zumindest etwas Regen oder Schnee in den kommenden Wochen dringend wünschenswert.

Zusammenfassung: Der Winter 2025/26 in Zahlen

Parameter Februar 2026 Winter 2025/26
Temperatur (Abweichung)+2,4 °C+1,3 °C
Niederschlag (Abweichung)+46 %−23 %
Sonnenschein (Abweichung)−23 %−9 %

Bezugszeitraum: Meteorologischer Winter (1. Dezember 2025 bis 28. Februar 2026). Klimamittel: 1991–2020. Alle Abweichungen im Flächenmittel für Kärnten und Osttirol.

Zusammenfassung

Der meteorologische Winter 2025/26 war in Kärnten und Osttirol um 1,3 Grad zu warm, um 23 Prozent zu trocken und um 9 Prozent zu sonnenarm. Während der Jänner als kältester seit 2019 in Erinnerung bleibt, dominierten im Dezember und Februar deutlich zu milde Phasen. Die massiven Schneefälle im Februar konnten das Niederschlagsdefizit nicht ausgleichen. Besonders auffällig war die extreme Ungleichverteilung der Sonnenstunden: Im Klagenfurter Becken schien die Sonne um mehr als 40 Prozent weniger als üblich, im Nordwesten zwischen dem Defereggental und dem oberen Mölltal hingegen um 28 Prozent mehr. Der Winter endet mit frühlingshaften Temperaturen von bis zu 18 Grad und geht nahtlos in eine milde, sonnige erste Märzwoche über.

Quellen: Anomalien: Copernicus ERA Land. Einzelne Messwerte: GeoSphere Austria, Hydrografische Dienste Kärnten und Tirol. Alle Daten CC BY 4.0.

Urheberrecht des Inhaltes und der Grafiken: tauernwetter.at

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