Erstmals Prognosen bis 24. Dezember: Chancen auf Schnee deutlich gestiegen
Pünktlich zum heutigen Feiertag (Montag, 8. Dezember - Mariä Empfängnis) erreichen die beiden wichtigsten globalen Wettermodelle einen bedeutenden Meilenstein: Erstmals reichen die Prognosen des amerikanischen GFS-Modells und des europäischen ECMWF-Modells bis zum Heiligen Abend. Und die Botschaft ist vielversprechend: Nach dem Höhepunkt der außergewöhnlich milden Phase mit bis zu 14 Grad in mittleren Lagen am Mittwoch (10. Dezember) zeichnet sich eine allmähliche, aber stetige Abkühlung ab. Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist in den letzten 48 Stunden deutlich gestiegen.
Mittwoch bringt extrem milde Temperaturen
Am Mittwoch, 10. Dezember, erreicht die aktuelle Warmphase ihren Höhepunkt. In mittleren Lagen sind Höchstwerte bis 14 Grad möglich – außergewöhnlich mild für Mitte Dezember. Ab Donnerstag setzt eine langsame, aber kontinuierliche Abkühlung ein, diese Woche bleiben die Temperaturen aber meist noch um 5 bis 10 Grad über dem langjährigen Mittel. Ab Mitte nächster Woche wird diese Abkühlung signifikanter.
Zwei Modelle, ein gemeinsames Signal: Abkühlung bis Weihnachten
Beide großen Wettermodelle – das amerikanische GFS und das europäische ECMWF – zeigen eine deutliche Abkühlung bis zum Heiligen Abend. Interessant ist jedoch, dass die Modelle unterschiedliche Wege zu diesem Ziel zeigen.
GFS: Feuchte atlantische Kaltluft
Das amerikanische GFS-Modell berechnet ab dem 17. oder 18. Dezember zunehmende und immer stärkere Niederschläge. Maritime Kaltluftmassen vom Atlantik erreichen den Alpenraum. Bis zum Heiligen Abend zeigt der Ensemble-Median in 850 hPa (ca. 1400m Höhe) Temperaturen um -3°C – also wieder im langjährigen Klimamittel. In dieser Höhe entsprechen -3°C in Kärnten und Osttirol im Dezember typischerweise einer Schneefallgrenze zwischen 400 und 700 Metern.
Ein zusätzlicher Faktor könnte die Schneewahrscheinlichkeit erhöhen: Durch die außergewöhnlich milden Temperaturen über dem Mittelmeer haben Luft und Wasser mehr Energie gespeichert als üblich. Italientiefs – typische Tiefdruckgebiete, die vom Mittelmeer zu den Alpen ziehen – könnten dadurch kräftiger ausfallen und mehr Niederschlag bringen.
ECMWF: Trockene kontinentale Kaltluft
Das europäische ECMWF-Modell zeigt ebenfalls eine deutliche Abkühlung ab Mitte nächster Woche. Auch hier werden bis zum 24. Dezember Temperaturen um -2°C in 850 hPa erreicht. Der Unterschied: Die Kaltluft kommt von Osten. Kontinentale Luftmassen sind jedoch in der Regel deutlich trockener als maritime Luft vom Atlantik. Das ECMWF-Szenario würde zwar Kälte bringen, aber wenig bis keine Niederschläge – und damit kaum Schnee.
Was sind Ensemble-Prognosen?
Die hier dargestellten Meteogramme zeigen keine Einzelprognose, sondern sogenannte Ensemble-Vorhersagen. Dabei wird das Wettermodell nicht nur einmal, sondern 50 oder mehr Male mit leicht veränderten Anfangsbedingungen gerechnet. Das Ergebnis: Wahrscheinlichkeitsbänder, die zeigen, wie sicher oder unsicher eine Prognose ist.
Die farbigen Bänder zeigen die Streuung aller Berechnungen: Je breiter die Bänder, desto größer die Unsicherheit. Die schwarze Linie zeigt den Median – also den mittleren Wert aller Ensemble-Member. Dieser gilt als wahrscheinlichste Entwicklung. Die einzelnen dünnen Linien (sogenannte "Spaghetti") zeigen ausgewählte Ensemble-Member und verdeutlichen die Bandbreite möglicher Entwicklungen.
Aktuelle Wahrscheinlichkeiten für weiße Weihnachten
Basierend auf den aktuellen Ensemble-Prognosen ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten für Schnee am Heiligen Abend:
| Region | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|
| Höhere Lagen (>1500m) | Sehr wahrscheinlich bis fast sicher |
| Viele Täler in Kärnten und Osttirol | Knapp über 50% (deutlicher Anstieg in den letzten 48 Stunden) |
| Klagenfurter Becken | 30-35% |
Besonders das GFS-Modell mit seinen Niederschlagssignalen ab dem 17./18. Dezember könnte für eine weiße Bescherung zunächst in höher gelegenen Tälern, später auch in tiefen Lagen sorgen. Bei Temperaturen um -3°C in 850 hPa ab dem 20.12. könnte es in viele Tälern schneien.
Wichtiger Hinweis: Wetterprognosen für einen Zeitraum von mehr als 7 Tagen sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Weiße Weihnachten sind zum jetzigen Zeitpunkt weder sicher noch ausgeschlossen – die Entwicklung bleibt spannend. Die nächsten Tage werden zeigen, welches Szenario sich durchsetzt. Verfolgen Sie die aktuellen Vorhersagen auf tauernwetter.at für die neuesten Entwicklungen.
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