Nebelmeer steigt auf 2000 Meter: Kärnten vor trübem Wochenende
Wer heute noch einmal die Sonne genießen möchte, sollte das tun. Ab morgen breitet sich der Hochnebel wieder über weite Teile Kärntens aus, in der Nacht auf Samstag erfasst er auch viele Teile Osttirols. Stellenweise steigt die Nebelobergrenze auf über 2000 Meter.
Am Freitag könnte es stellenweise noch auflockern. Am Wochenende sieht es schlechter aus: Wer dem Grau entfliehen will, muss auf über 2000 bis 2200 Meter hinauf.
Das Wochenende: Hochnebel dominiert
Der Nebel gewinnt am Freitag von Osten her wieder an Terrain. Wie weit er nach Westen vorankommt, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Samstag und Sonntag dann großflächig trüb - abseits des Hochgebirges ist kaum mit Sonnenschein zu rechnen.
Vereinzelt kann es aus der Hochnebeldecke zu Schneegrießeln kommen, auch gefrierendes nieseln ist nicht ausgeschlossen. Am Sonntag ist stellenweise auch leichter Schneefall möglich, aber die Mengen bleiben kaum der Rede wert. Am Niederschlagsdefizit ändert das nichts.
Für zeichnet sich für Klagenfurt eine Fortsetzung der Nebel-Serie vom Dezember ab, als die Landeshauptstadt eine Rekordanzahl an Nebeltagen erlebte. Immerhin: Je kälter es nächste Woche in der Höhe wird, desto eher löst sich der Nebel auch in den Niederungen wieder auf.
Temperaturen: Winterlich, aber noch nicht extrem
Heute Früh liegen die Temperaturen meist zwischen minus 11 und null Grad in Kärnten und Osttirol. Vereinzelt blieb es in Hanglagen um 1000 Meter bei leichten Plusgraden, etwa in Döllach. Winterlich kalt, aber weit entfernt von den extremen Werten Anfang Januar mit minus 20 Grad und darunter.
Ab Montag geht es mit den Temperaturen wieder bergab. Das Ensemble-Diagramm zeigt einen Abwärtstrend bis Ende Januar - es sieht ganz danach aus, als würde der strenge Frost noch einmal zurückkehren.
Ausblick: Polarwirbel-Regeneration droht zu scheitern
Gestern berichteten wir über zwei mögliche Szenarien: Polarwirbel regeneriert sich und bringt feuchtere Atlantikluft - oder die Regeneration scheitert und eine weitere Kältewelle folgt.
Die aktuellen Modellrechnungen deuten auf Szenario zwei. Ende Januar zeigt die Nordhemisphären-Karte deutlich zu kalte Temperaturen über weiten Teilen Europas, Österreich mittendrin. Gleichzeitig ist es über Grönland, der Arktis und Teilen Nordamerikas viel zu warm - typisch für einen gestörten Polarwirbel.
Unsicherheiten bleiben, aber eine Kältewelle im Laufe der nächsten Woche wird wahrscheinlicher.
Erster zu kalter Jänner seit Jahren?
Bestätigt sich diese Entwicklung, wäre der Jänner 2026 in Kärnten und Osttirol der erste seit 2021, der kälter als das Klimamittel 1961-1990 abschließt. Österreichweit sogar der erste seit 2017. Gesichert ist das noch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit steigt.
Niederschlag: Weiter Fehlanzeige
Das Defizit vergrößert sich wohl weiter. Seit 1. Dezember fehlen rund zwei Drittel des üblichen Niederschlags und nennenswerte Mengen sind nicht in Sicht.
Bis auf Weiteres sieht es mau aus. Dass vereinzelt 5 bis 15 Millimeter fallen, ist nie ausgeschlossen - aber relevanter Niederschlag, der das Defizit spürbar verringert, zeichnet sich derzeit immer noch nicht ab.
Zusammenfassung
- Heute (Donnerstag): Teilweise letzte Chance auf Sonne in dieser Woche
- Freitag: Nebel breitet sich aus, könnte stellenweise noch auflockern
- Wochenende: Hochnebel fast überall bis auf 2000-2200 Meter, nur Hochgebirge sonnig. Vereinzelt Schneegrießeln oder leichter Schneefall, aber vernachlässigbare Mengen
- Ab Montag: Temperaturen sinken wieder deutlich
- Im Laufe der nächsten Woche: Beginnende Kältewelle relativ wahrscheinlich, Polarwirbel-Regeneration droht zu scheitern - Unsicherheiten bleiben
- Jänner 2026: Könnte der erste zu kalte Jänner seit 2021 (Kärnten/Osttirol) bzw. 2017 (Österreich) werden
- Niederschlag: Kein relevanter Niederschlag in Sicht, Niederschlagsdefizit vergrößert sich weiter
Tauernwetter beobachtet die Entwicklung und berichtet, sobald sich die Lage ändert.
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