März 2026 auf Rekordkurs: Wird es der wärmste März seit Aufzeichnungsbeginn?
Mallnitz/Kärnten, 10. März 2026 – Das erste Märzdrittel hat in Kärnten und Osttirol Temperaturen gebracht, wie sie für diese Jahreszeit außergewöhnlich sind. Im Vergleich zum Klimamittel des Zeitraums 1991–2020 liegt die mittlere Abweichung für den Zeitraum vom 1. bis 9. März bei mehr als 4,2 Grad. Gegenüber dem älteren Referenzzeitraum 1961–1990 beträgt die positive Abweichung sogar bis zu 5,8 Grad – in Teilen Unterkärntens werden Werte von mehr als 7 Grad über dem langjährigen Schnitt erreicht. Gleichzeitig ist in Kärnten und Osttirol seit Ende Februar kein nennenswerter Niederschlag mehr gefallen. Sollte diese ausgeprägte Wärmephase anhalten, könnte der März 2026 als der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Klimageschichte der Region eingehen.
Außergewöhnliche Temperaturabweichungen im ersten Märzdrittel
Die auf Basis des SPARTACUS-Datensatzes der GeoSphere Austria erstellten Temperaturkarten zeichnen ein eindrucksvolles Bild: Nahezu die gesamte Fläche Kärntens und Osttirols leuchtet in tiefem Rot. Im Vergleich zum aktuellen WMO-Referenzzeitraum 1991–2020 beträgt die flächengemittelte Abweichung mehr als 4,2 Grad. Das ist für ein erstes Märzdrittel bemerkenswert, denn der März ist bekanntlich ein Wechselmonat, in dem Kältephasen mit Schneefall bis in die Täler keine Seltenheit sind.
Noch deutlicher wird das Ausmaß der Wärme beim Vergleich mit dem Zeitraum 1961–1990: Hier liegt die mittlere Abweichung bei plus 5,8 Grad, in Teilen Unterkärntens – also in den Beckenlagen des Klagenfurter Raums, im Lavanttal und im Jauntal – beträgt die positive Abweichung mehr als 7 Grad gegenüber dem damaligen Klimamittel. Dieser Vergleich zeigt auch, wie stark sich das Klima in den zurückliegenden Jahrzehnten verändert hat: Selbst gegenüber dem bereits deutlich wärmeren Zeitraum 1991–2020 ist die aktuelle Abweichung von mehr als 4 Grad enorm groß.
Seit Ende Februar kein Regen in Kärnten und Osttirol
Zum außergewöhnlichen Temperaturniveau kommt ein weiteres auffälliges Merkmal dieser Wetterlage: Seit Ende Februar ist in Kärnten und Osttirol kein nennenswerter Niederschlag mehr gefallen. Die Region befindet sich nun seit mehr als zehn Tagen in einer ausgeprägten Trockenphase. Nachdem der vergangene Winter ohnehin durch ein markantes Niederschlagsdefizit gekennzeichnet war – mit einer der trockensten Winterperioden seit Jahren –, stellt diese anhaltende Trockenheit eine weitere Belastung für die Wasserreserven und die beginnende Vegetationsperiode dar.
Was es bräuchte, um einen Rekordmonat noch zu verhindern
Sollte die positive Temperaturabweichung bis zum Ende des Monats anhalten oder auch nur annähernd auf dem aktuellen Niveau bleiben, ist ein neuer Rekord für den März in weiten Teilen Kärntens und Osttirols sehr wahrscheinlich. Um diesen noch zu verhindern, bräuchte es in den nächsten 10 Tagen einen kräftigen Kaltlufteinbruch, der mindestens eine Woche andauert und die Temperaturen deutlich unter das langjährige Mittel drückt. Ein solches Szenario ist nach dem aktuellen Stand der Wettermodelle für die verbleibenden gut drei Wochen des Monats zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber nach gegenwärtiger Lage eher unwahrscheinlich.
Das Italientief am Wochenende: Weniger als ursprünglich erwartet
In den vergangenen Tagen hatte sich in den Wettermodellen für das kommende Wochenende ein Italientief abgezeichnet, das Regen und Schneefall bis in manche Täler bringen sollte. Die meisten Modellläufe haben dieses Szenario mittlerweile jedoch weitgehend abgeschwächt oder verworfen. Ganz vom Tisch ist ein nennenswerter Niederschlag für Samstag, den 14. März, noch nicht, doch nach aktuellem Stand ist nur mit wenig Niederschlag zu rechnen. Die große positive Temperaturabweichung wird sich jedenfalls bis zum Wochenende weiter fortsetzen.
Wetterprognose für Kärnten und Osttirol: Mittwoch bis Samstag
Mittwoch, 11. März
In Osttirol, Ober- und Mittelkärnten verläuft der Tag relativ trüb mit vielen Wolken und nur wenig Sonnenschein. Im Osten des Landes sind bei teils lebhaftem Südwestwind durchaus einige Sonnenstunden möglich. In den westlichen Landesteilen können am Nachmittag einzelne Regen- sowie oberhalb von rund 1.500 Metern Seehöhe Schneeschauer auftreten, meist bleibt es aber auch dort trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 16 Grad.
Donnerstag, 12. März
Unbeständiges Wetter. In Osttirol und Oberkärnten überwiegen die Wolken und die Sonne zeigt sich nur zwischendurch. In Unterkärnten scheint die Sonne am Vormittag noch recht verbreitet, doch gerade hier bilden sich im Tagesverlauf größere Quellwolken und einzelne, teils gewittrige Regenschauer. Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 1.500 Metern Seehöhe. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nord bis West. Die Temperaturen erreichen 10 bis 16 Grad.
Freitag, 13. März
Nach der Auflösung einiger Nebel- und Hochnebelfelder am Vormittag scheint nahezu den gesamten Tag über die Sonne. Im Laufe des Nachmittags bilden sich über den Bergen einige Quellwolken, nennenswerter Niederschlag bleibt aber aus. Je nach Sonnenscheindauer werden 10 bis 16 Grad erreicht. Auf den Bergen weht teils lebhafter Südwestwind.
Samstag, 14. März
Die Prognose für Samstag ist noch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Wahrscheinlich dominieren dichte Wolken, nach den aktuellen Modellläufen ist jedoch nur mit wenig Niederschlag zu rechnen. Nicht ganz ausgeschlossen bleibt, dass ein Italientief doch noch für Regen und Schneefall bis in manche Täler sorgt. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 und 14 Grad.
Übersicht
| Tag | Wetter | Temperatur |
|---|---|---|
| Mi, 11.3. | In Westkärnten und Osttirol trüb, im Osten teils sonnig. Nachmittags im Westen einzelne Regenschauer oberhalb von rund 1.500m Schneeschauer. | 10 bis 16 °C |
| Do, 12.3. | Wechselhaft. Im Westen wolkig, im Osten zunächst Sonne, am Nachmittag hier Quellwolken und teils gewittrige Schauer. | 10 bis 16 °C |
| Fr, 13.3. | Nach Nebelauflösung viel Sonne. Nachmittags Quellwolken über den Bergen. | 10 bis 16 °C |
| Sa, 14.3. | Voraussichtlich stark bewölkt, aus heutiger Sicht nur wenig Niederschlag erwartet. Ein kräftigeres Italientief-Szenario ist aber noch nicht ganz ausgeschlossen. | 3 bis 14 °C |
Zusammenfassung
Das erste Märzdrittel 2026 war in Kärnten und Osttirol außergewöhnlich warm: Die Temperaturabweichung gegenüber dem Klimamittel 1991–2020 beträgt mehr als 4 Grad, gegenüber dem Zeitraum 1961–1990 sogar bis zu 5,8 Grad und in Teilen Unterkärntens mehr als 7 Grad. Gleichzeitig ist seit Ende Februar kein Niederschlag mehr gefallen. Um einen Rekordmonat noch zu verhindern, bräuchte es einen mindestens einwöchigen Kaltlufteinbruch – danach sieht es nach aktuellem Stand nicht aus. Das für das Wochenende ursprünglich prognostizierte Italientief wurde von den meisten Modellen wieder deutlich abgeschwächt, ganz vom Tisch ist ein Kaltlufteinbruch am Wochenende aber noch nicht. Tauernwetter beobachtet die Entwicklung und berichtet zeitnah, sobald sich die Prognose für das Wochenende weiter konkretisiert.
Quellen: Temperaturdaten: GeoSphere Austria SPARTACUS. Klimamittel: 1961–1990 und 1991–2020 (1.–9. März).
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