Jänner 2026: Kältester seit 2019 in Kärnten und Osttirol
Der erste Monat des Jahres brachte klirrende Kälte mit Tiefstwerten unter minus 20 Grad, markante Trockenheit im Westen und große regionale Unterschiede beim Sonnenschein. Ein Monatsrückblick.
Temperatur: Ähnlich kalt wie zuletzt 2019
Mit einer Abweichung von minus 0,9 Grad gegenüber dem Klimamittel 1991-2020 war der Jänner 2026 der kälteste seit 2019 (minus 1,2 Grad). Deutlich kälter war zuletzt der Jänner 2017 mit minus 2,9 Grad. In den vergangenen Jahren dominierten hingegen überdurchschnittlich warme Jänner-Monate: 2025 lag bei plus 2,1 Grad, 2024 und 2023 jeweils bei plus 1,6 Grad.
Besonders die erste Monatshälfte brachte klirrende Kälte. Den Kältepol Kärntens markierte Weitensfeld im Gurktal mit minus 20,4 Grad am 12. Jänner. In Osttirol wurde es in St. Jakob im Defereggental am 5. Jänner mit minus 20,3 Grad am kältesten.
Die mildesten Temperaturen wurden – typisch für ausgeprägte Inversionslagen – auf erhöhten Stationen gemessen: Kornat auf 990 Metern erreichte am 14. Jänner 8,9 Grad, während Sillian in Osttirol am 16. Jänner auf 6,7 Grad kam.
Niederschlag: Extremes West-Ost-Gefälle
Der Niederschlag lag im Durchschnitt 11 Prozent unter dem Klimamittel – doch die regionale Verteilung war extrem unterschiedlich. Während Oberkärnten und Osttirol 40 bis 70 Prozent weniger Niederschlag als üblich erhielten, verzeichnete Unterkärnten durch mehrere Italientiefs sogar ein Plus von 15 bis 35 Prozent.
Am meisten regnete und schneite es am Loibl Tunnel mit 97,9 Millimetern. Den geringsten Niederschlag in Kärnten registrierte Treibach-Althofen mit nur 17,3 Millimetern. Die Station in Fresach zeigte zwar noch weniger an, hatte jedoch einen technischen Defekt.
In Osttirol war es insgesamt noch trockener: Sillian führt mit 40,9 Millimetern, während St. Jakob im Defereggental mit nur 26,9 Millimetern am wenigsten abbekam. Die anhaltende Trockenheit in Oberkärnten und Osttirol setzt sich damit fort.
Sonnenschein: auf den Bergen strahlend sonnig, in den Tälern trüb
Im Durchschnitt schien die Sonne 75 Stunden – das entspricht einer Abweichung von minus 3 Prozent. Doch auch hier zeigt sich ein deutliches Muster: Der Westen hatte 20 bis 40 Prozent mehr Sonne als üblich, der Osten hingegen 20 bis 40 Prozent weniger. Eine Folge der häufigen Hochnebellagen im Klagenfurter Becken und den südlichen Tälern.
Sonnenreichster Ort war die Villacher Alpe mit 135 Stunden, gefolgt von der Kanzelhöhe mit 128 Stunden und Weißensee-Gatschach mit 106 Stunden. In Osttirol führt Lienz mit 105 Stunden.
Die wenigste Sonne bekam der Loibl Tunnel mit nur 21 Stunden ab. Noch weniger hatte nur Bad Bleiberg mit 2 Stunden – was jedoch daran liegt, dass dort im Winter aufgrund der engen Tallage grundsätzlich keine direkte Sonneneinstrahlung möglich ist.
Die Extremwerte im Überblick
Kärnten
| Parameter | Wert | Ort / Datum |
|---|---|---|
| Höchste Temperatur | 8,9 °C | Kornat (990 m), 14. Jänner |
| Tiefste Temperatur | -20,4 °C | Weitensfeld (704 m), 12. Jänner |
| Meister Niederschlag | 97,9 mm | Loibl Tunnel (1097 m) |
| Wenigster Niederschlag | 17,3 mm | Treibach-Althofen (612 m) |
| Meiste Sonne | 135 h | Villacher Alpe (2117 m) |
| Wenigste Sonne | 21 h | Loibl Tunnel (1097 m) |
Osttirol
| Parameter | Wert | Ort / Datum |
|---|---|---|
| Höchste Temperatur | 6,7 °C | Sillian (1081 m), 16. Jänner |
| Tiefste Temperatur | -20,3 °C | St. Jakob i. Def. (1383 m), 5. Jänner |
| Meister Niederschlag | 40,9 mm | Sillian (1081 m) |
| Wenigster Niederschlag | 26,9 mm | St. Jakob i. Def. (1383 m) |
| Meiste Sonne | 105 h | Lienz (661 m) |
| Wenigste Sonne | 54 h | St. Jakob i. Def. (1383 m) |
Fazit
Der Jänner 2026 war geprägt von einem klassischen Wintermuster mit Inversionslagen und Kältewellen. Bemerkenswert bleibt das extreme Niederschlagsgefälle zwischen dem trockenen Westen und dem durch Italientiefs begünstigten Süden und Osten Kärntens. Die anhaltende Trockenheit in Oberkärnten und Osttirol könnte angesichts der Schneearmut auch für den kommenden Sommer relevant werden. Ein Italientief könnte nächste Woche in Osttirol und Oberkärnten ergiebigen Niederschlag bringen, die Entwicklung ist aber noch mit größeren Unsicherheiten behaftet.
Quellen: Anomalien: Copernicus. Einzelne Messwerte: GeoSphere Austria, Hydrografische Dienste Kärnten und Tirol, Land Kärnten und Land Tirol. Alle Daten CC BY 4.0.
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